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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Der Club Der Singenden Metzger: Migration mit Liebe und Musik

27.12.2019

Berlin /Hamburg Ein einfacher junger Mann, der im Ersten Weltkrieg im Schützengraben gelegen und dort seinen besten Freund verloren hat, wandert nach Amerika aus. In einer kleinen Stadt in North Dakota heuert der Schwabe bei einem polnischen Schlachter an, um fortan Schweine zu töten, zu zerlegen und zu Wurst und Aufschnitt zu verarbeiten. Und bei alledem engelsgleich immer wieder Volks- und Kirchenlieder anzustimmen. Von „Kein schöner Land“ bis zu „So nimm denn meine Hände“.

Das allein macht das dreistündige Filmepos „Der Club der singenden Metzger“ nach dem gleichnamigen Bestsellerroman von Louise Erdrich jedoch nicht aus, das das Erste an diesem Freitag um 20.15 Uhr sendet. Es gibt etwa noch eine zu Herzen gehende Liebesgeschichte, skurrile Szenen um Suff und Zirkusleben sowie eine mysteriöse alte Indianerin namens „One and a half Step“. Inszeniert hat die Geschichte in poetischen Bildern voller Patina und in altmodisch ruhigem Erzähltempo der renommierte Uli Edel (72, „Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“) nach dem Drehbuch von Doris Dörrie und Ruth Stadler.

Sehenswert an der Produktion sind auch die Schauspieler – zuvorderst das Hauptdarstellertrio Jonas Nay („Deutschland 83“), Leonie Benesch („Babylon Berlin“) und Aylin Tezel (Dortmunder „Tatort“). Gedreht in der kargen Landschaft Kroatiens, ist ein origineller und vielschichtiger Beitrag gelungen. Tragik und Humor, Liebe und Gewalt, Geschäftsgeist und Musik sowie die große, zeitlose Thematik um Migration, Verlust der Heimat und Sehnsucht nach Ankommen kennzeichnen das Werk.

Ein Gewinn ist Jonas Nay in der Rolle des Neu-Amerikaners Fidelis Waldvogel. Der 29-jährige Lübecker hat dafür ein zweiwöchiges Praktikum in einer Schlachterei an der Ostsee absolviert. Und er hat eigens bei der in Stuttgart geborenen Hamburger Opernsängerin Gabriele Rossmanith Schwäbisch gelernt.

Vor allem aber darf Nay mit seiner feinen Gesangskunst berühren, die er einst bei der Lübecker Knabenkantorei an St. Marien erlernte und sonst unter anderem mit seiner Band „Pudeldame“ auslebt. „Ich kannte die alten Lieder fast alle“, erzählt der Jung-Star. „Die Gesänge führen uns durch die Handlungsstränge hindurch – schon beim Lesen des Skripts war ich davon ein großer Fan.“

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