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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Von guten und bösen Prinzen

22.12.2017

Berlin Weihnachten im Fernsehen wird in diesem Jahr märchenhaft. Gleich sieben Märchen laufen in der beliebten Reihe „Sechs auf einen Streich“ im Ersten an den beiden Weihnachtsfeiertagen. Fünf davon sind allerdings Wiederholungen.

Die beiden Neuverfilmungen heißen „Das Wasser des Lebens“ und „Der Schweinehirt“. Da will das ZDF nicht nachstehen und zeigt an Heiligabend neben „Rübezahls Schatz“ (15 Uhr) auch „Der Zauberlehrling“ (16.30 Uhr), eine Koproduktion mit dem MDR.

„Das Wasser des Lebens“ (Montag, 25. Dezember, 14.45 Uhr) ist ein etwas unbekannteres Märchen der Brüder Grimm und handelt vom todkranken König Ansgar (Matthias Brenner). Er hat zwei Söhne, den intriganten Prinz Falk (Gil Ofarim) und den sanftmütigen Prinz Lennard (Gustav Schmidt).

Beide machen sich nacheinander auf den Weg zu einem verwunschenen Schloss, in dem angeblich das begehrte Wasser zu finden ist, das den siechenden König heilen könne.

Doch dann steht plötzlich Salwa (Denise M’Baye) im Walde, und da ihr der hinterhältige Falk nichts zu essen oder trinken geben will, entweichen plötzlich Nebelschwaden aus ihrer Nase. Daraufhin stürzt des Prinzen Pferd, und der Jüngling bleibt ohnmächtig liegen.

Derweil mixt der Leibarzt (schelmisch: Ingolf Lück) ein giftgrünes Elixier aus Krötenleber, Katzenurin und Krähenfüßen, das dem Kranken helfen soll, da alle Zutaten mit K wie König beginnen.

Zum Glück muss er das üble Gesöff nicht trinken, und Lennard schafft es, das begehrte Lebenswasser zu bekommen – und Prinzessin Friederike (Marlene Tanczik) obendrein.

„Der Schweinehirt“ (Dienstag, 26. Dezember, 13.40 Uhr) stammt aus der Feder von Hans Christian Andersen. Im Mittelpunkt steht Prinz Augustin (Emilio Sakraya), dessen Mutter, die Königin von Lichterwald (Margarita Broich), eine reiche Gattin für ihren Sohn sucht – ist doch ihr Königreich völlig mittellos.

So macht der smarte Prinz sich auf, der ebenso schönen wie vermögenden Victoria (Jeanne Goursaud), Tochter des Kaisers von Siebenlande (Bernhard Schütz), den Hof zu machen. Doch die Jungfer lehnt alle Geschenke ab – wie eine singende Nachtigall oder eine duftende Rose.

Als Schweinehirt getarnt, tauscht Augustin daher seine Geschenke bei den Trödlern Schief (Milan Peschel) und Krumm (Johann Jürgens) gegen Spielzeug ein. Als Gegenleistung verlangt er von Prinzessin Victoria erst 10 und dann 100 Küsse.

Beide Filme können aus dem Vollen schöpfen: Da werden – steinerne – Löwen mit der Hand gefüttert, da steigen Pagen aus Gemälden herab, und auch sonst ist allerhand los. Die moderne und rasante Erzählweise tut den etwas angestaubten Märchen ganz gut, die von zickigen Prinzessinnen, mutigen Prinzen und kichernden Hofdamen nur so wimmeln.

Die Rollen sind gut besetzt, den Schauspielern hat das Ganze sichtlich Spaß gemacht. Gedreht wurde auf echten Schlössern wie Gymnich im Rheinland oder Friedrichsfelde bei Berlin. Allerlei Prüfungen gilt es zu bestehen, doch natürlich siegen am Ende das Gute und die Liebe. So wollen wir darüber hinwegsehen, dass wir in diesem Jahr nur zwei neue Märchen zu sehen bekommen.

Das Erste zeigt am 25. Dezember außerdem folgende Märchenfilme: Um 12.45 Uhr macht „Rapunzel“ ihren Zopf lang, und ab 13.45 Uhr lässt „Schneewittchen“ die sieben Zwerge antanzen.

Bei Tele 5 ist bereits am 24. Dezember „Die Schneekönigin“ (20.15 Uhr) zu sehen, auf seine Weise auch ein Märchen.

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