BERLIN - Er ist vielleicht der einzige Popstar unter den klassischen Komponisten: Wolfgang Amadeus Mozart hat Zeit seines Lebens und in den mehr als 200 Jahren danach nicht nur die Musikwelt bewegt. Er wurde von Falco besungen, über ihn wurden Filmhits gedreht wie der achtfach mit einem Oscar prämierte „Amadeus“, und seine Musik verkaufte mehr Platten als irgendeine sonst. Die Bezeichnung „Mozart Superstar“ erscheint da keineswegs als Übertreibung – so hat Mathias Godeau auch sein filmisches Porträt genannt, das Arte an diesem Donnerstag um 20.15 Uhr zum ersten Mal im deutschen Fernsehen ausstrahlt.
Die 55-minütige Dokumentation des französischen Filmemachers Godeau ist der Auftakt eines Themenabends zur klassischen Musik. Im Anschluss singt Patricia Petibon italienische Barockarien – ein 20-minütiger Zusammenschnitt einer Sendung vom Sonntag; danach gibt es dreieinhalb Stunden live aus dem französischen Aix-en-Provence Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“, inszeniert von Richard Brunel unter der Leitung von Jérémie Rhorer – womit sich der Kreis zum großen Komponisten schließt.
Denn dass Mozart (1751– 1791) ein Großer, ja ganz Großer war, daran besteht kein Zweifel – auch in unserer heutigen Welt voller Superstars, Legenden und Ikonen nimmt er immer noch eine Spitzenposition ein. So nähert sich Godeau dem Phänomen Mozart nicht aus historischer, sondern aus heutiger Perspektive. „Die neuartige Musikdokumentation auf Arte wirft einen neuen Blick auf den ,Popstar‘ von damals, indem sie dessen Hauptcharakterzüge wie Genialität, Volkstümlichkeit, Exzentrik, revolutionären Geist und Modernität mit dem heutigen Starsystem vergleicht“, schreibt der Sender.
So gibt es Erklärungen von Experten, Musikbeispiele, Ausschnitte aus Filmen und Werbespots zu sehen, die alle eines gemeinsam haben: Mozart. Unausweichliches Fazit: „Mozart begründete das Starsystem und war der erste Superstar der Geschichte“.
