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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Musikvideos: Rock-Fans auf Entzug: Die besten Konzertfilme für Zuhause

23.03.2020

Berlin Es ist eine feine Sache, im Netz nun viele Musiker zu sehen, die gegen die Corona-Krise anspielen oder ansingen und so ihre Zwangspause überbrücken. Doch der wahre Fan wird trotz solcher Bilder aus leeren Konzertsälen, Kellerräumen oder Wohnzimmern Live-Feeling vermissen.

Eine gute Gelegenheit, die besten Auftritte aus Rock und Pop im TV, per Stream oder DVD zu sehen: Filmtipps in chronologischer Reihenfolge – von den Beatles über Highlights von The Band, Talking Heads und Prince bis Rammstein und Bruce Springsteen.

 THE BEATLES „Eight Days A Week – The Touring Years“ (2016): Auch beim Konzertfilm waren die „Fab Four“ Pioniere und ließen Auftritte der „Beatlemania“ Anfang/ Mitte der Sixties festhalten. Regisseur Ron Howard schilderte 2016 die Tourneejahre der Pilzköpfe aus Liverpool. Eine begeisternde Dokumentation über die beste Popband aller Zeiten im Live-Modus, der 1967 de facto endete.

 „Woodstock“ (1970): Gerade erst feierte der Mythos Woodstock 50. Geburtstag. Das wichtigste Festival der Pop- und Rockgeschichte wurde im dreistündigen Konzertfilm „Woodstock – 3 Days Of Peace & Music“ (Regie: Michael Wadleigh) festgehalten – eine essenzielle Rock-Doku. Wer speziell an US-Gitarrengott Jimi Hendrix interessiert ist, sollte auch dessen „Live At Woodstock ’69“ sehen.

 ARETHA FRANKLIN „Amazing Grace“ (2019): Nach Soul-Welthits wie „Respect“ oder „I Say a Little Prayer“ kehrte die US-Sängerin 1972 zu ihren Gospel-Wurzeln zurück. „Amazing Grace“ ist eine Sternstunde von Franklins Kunst. Die Live-Aufnahmen von Regisseur Sidney Pollack kamen erst voriges Jahr angemessen restauriert in die Kinos. Mitreißend und in seiner Intensität tief berührend.

 THE BAND „The Last Waltz“ (1978): Das Abschiedskonzert des Quintetts, das als Begleiter von Bob Dylan und mit tollen Band-Alben bekannt wurde. Der fünfstündige Auftritt mit zahllosen prominenten Gästen wie Dylan, Joni Mitchell, Eric Clapton, Neil Young und Van Morrison am 25. November 1976 in San Francisco ist legendär – ebenso wie der fantastische Konzertfilm von Martin Scorsese.

 TALKING HEADS „Stop Making Sense“ (1984): Vielen gilt dieses Werk des erst später berühmten Regisseurs Jonathan Demme als bester Konzertfilm überhaupt. Der Faszinationskraft und Magie des Auftritts der New Yorker New-Wave- und Funkband um Sänger/Performer David Byrne kann man sich bis heute nicht entziehen. Fast ohne Blick ins Publikum – volle Konzentration auf brillante Musiker.

 PRINCE „Sign O’ The Times“ (1987): Noch ein Fall für die ewigen Bestenlisten des Livemusik-Films. Die teilweise nachbearbeiteten Konzertaufnahmen aus Rotterdam und Antwerpen konzentrieren sich auf Stücke des gerade aktuellen Prince-Albums und einige Klassiker des Crossover-Genies. Die Energie und Kreativität des Songwriters, Sängers und Multiinstrumentalisten sind immer wieder atemberaubend.

 NIRVANA „MTV Unplugged In New York“ (1994): Nur ein halbes Jahr nach diesem Konzert nahm sich der Held der Grunge-Generation, Kurt Cobain, das Leben. Es dauerte bis November 1994, ehe die gesamte MTV-Aufzeichnung veröffentlicht wurde. Die zurückgenommene, weitgehend akustische Film-Performance steht bis heute als würdiges Abschiedsdokument neben wütenderen, rockigen Nirvana-Auftritten.

 DAVID BOWIE „A Reality Tour 2003“ (2004): Der Konzertfilm dokumentiert Live-Eindrücke vom reifen, smarten Performer Bowie (1947-2016), ehe er nach einer Herzattacke auf Tourneen verzichten musste. Das „Pop-Chamäleon“ lief mit 56 Jahren und einer tollen Band im Rücken noch mal zur Höchstform auf, der Auftritt enthält große Hits von „Rebel Rebel“ über „Heroes“ bis zu „Under Pressure“.

 LED ZEPPELIN „Celebration Day“ (2007/2012): Für ein Benefizkonzert fanden sich die britischen Seventies-Rockhelden Robert Plant, Jimmy Page und John Paul Jones nochmal zu einem Londoner Auftritt zusammen, der innerhalb von Minuten ausverkauft war. Die Live-DVD wurde erst fünf Jahre später veröffentlicht und zeigt in gut zwei Stunden die ganze Klasse dieser bahnbrechenden Band.

 THE ROLLING STONES „Shine A Light“ (2008): Nach „The Last Waltz“ zeigte Martin Scorsese nochmals, wie gut er Rockmusik in Kinobilder übersetzen kann. Der Stones-Live-Film wurde im Herbst 2006 im New Yorker Beacon Theatre gedreht, Premiere war am 7. Februar 2008 zur Eröffnung der Berlinale. Ein Dokument der Langlebigkeit der ältesten Rockband der Welt.

 MICHAEL JACKSON „This Is It“ (2010): Durch die Vorwürfe des Kindesmissbrauchs ist das Andenken an den „King of Pop“ (1958-2009) inzwischen getrübt. Als dieser Film herauskam, war die Trauer über den frühen Tod des Jahrhundert-Sängers und -Entertainers noch ganz frisch. Die Mischung aus Live-Mitschnitten und Jackson-Doku war nicht jedermanns Sache – hochspannend bleibt „This Is It“ gleichwohl.

 RAMMSTEIN „Paris“ (2017): Die brachiale Live-Wucht der Rock-Weltstars fängt diese Dokumentation zu zwei Paris-Konzerten und einer Generalprobe von 2012 ein. Die fünf Jahre später veröffentlichte DVD enthält explizites Material wie „Mein Teil“ oder „Bück Dich“ – für Fans sind diese Provokationen aber wohl kaum ein Problem. Explosiv und verschwitzt.

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