BERLIN - Er spielte den RAF-Terroristen Andreas Baader und den Kommissar Henry Weber in der ZDF-Krimiserie „Der Kriminalist“. Frank Giering, deutscher Schauspieler mit einem einprägsam melancholischen Gesicht, ist tot. Der 38-Jährige starb am Mittwochabend in Berlin, wie seine Berliner Agentur am Donnerstag bestätigte. Über die Umstände und den Ort des Todes wurden keine Angaben gemacht. Seine Eltern hätten darum gebeten, die Privatsphäre zu respektieren. Es sei aber kein Freitod gewesen.
Geschätzter Kollege
Giering wurde vor 13 Jahren als fieser Killer in dem Spielfilm „Funny Games“ von Michael Haneke bekannt. Auftritte in „Absolute Giganten“, „Baader“, „Hierankl“, „Die Rosenzüchterin“ und „Störtebeker“ folgten. Einer seiner letzten Filme war das WDR-Sozialdrama „Keine Angst“, in dem er einen Kinderschänder spielte.
„Wir sind tief bewegt über den viel zu frühen Tod dieses jungen, talentierten Schauspielers“, sagte eine Sprecherin der Odeon Film, deren Tochterfirma Monaco Film mit Giering den „Kriminalist“ drehte. „Mit Frank Giering verlieren wir einen sehr geschätzten Kollegen, der uns die vergangenen vier Jahre begleitet und bereichert hat.“ Noch bis in den Juni hinein hatte der gebürtige Magdeburger für die ZDF-Serie eine weitere Staffel gedreht.
Ausnahme in der Branche
Auch beim ZDF herrschte Bestürzung über den Tod des 38-Jährigen. „Wir verdanken diesem Ausnahme-Schauspieler sehr viel“, sagte ZDF- Fernsehfilmchef Reinhold Elschot. „Frank Giering bestach durch überraschende, packende Dynamik und leichten, selbstironischen Humor.“
Im August will der Sender vier „Kriminalist“-Folgen mit Giering wiederholen, im Oktober und November sollen dann die neuen Folgen zu sehen sein.
Giering studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam. Seine ersten Engagements hatte er am Staatstheater Cottbus. In der Saison 1994/95 stand er in einer Inszenierung von „Das geheime Tagebuch des Adrian Mole“ auf der Bühne. Der österreichische Regisseur Haneke entdeckte ihn schließlich für den Film. In Interviews trat Giering meist sehr bescheiden auf.
