BERLIN - Nach der juristischen Auseinandersetzung um Schleichwerbung bei der „Wok-WM“ auf Pro 7 präsentiert der Sender den diesjährigen Wettbewerb als Dauerwerbesendung. Das von Moderator Stefan Raab initiierte Promi-Rennen auf der Asia-Bratpfanne im Eiskanal wird am 7. März um 20.15 Uhr aus Winterberg/Hochsauerland übertragen.
Der Sender kündigte am Mittwoch die „gefährlichste Dauerwerbesendung der Welt“ an. Der Chef-Jurist der ProSiebenSat.1 Media AG, Conrad Albert, sagte, die Kennzeichnung als Dauerwerbesendung gebe Planungssicherheit. Mit diesem Schritt sei die Ausstrahlung der „TV total Wok-WM 2009“ sichergestellt.
Die „TV Total Wok WM“ in den Jahren 2006 und 2007 hatten gegen das Schleichwerbungsverbot des Rundfunkstaatsvertrags verstoßen. Mit dieser Begründung hatte das Verwaltungsgericht Berlin in einem Mitte Dezember veröffentlichten Urteil die Klage der ProSieben Television GmbH gegen einen Beanstandungs- und Untersagungsbescheid der Medienanstalt Berlin-Brandenburg abgewiesen.
Diese wollte sich zunächst nicht zu der Ankündigung von Pro 7 äußern. Albert kündigte zugleich an: „Wir behalten uns dennoch weitere rechtliche Schritte gegen das Urteil vor.“ Der Beauftragte für Programm und Werbung der Landesmedienanstalten, Norbert Schneider, nannte die Idee von Pro 7 durchaus einen „Schritt in die richtige Richtung“.
Es sei ein typischer Fall, wie man aus einer Not eine Tugend machen könne, sagte Schneider, der Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen ist. Die Sender müssten allerdings selber wissen, ob es auf Dauer gut gehen könne, die Prime Time komplett als Dauerwerbesendung zu klassifizieren – „und möglicherweise dadurch auch Publikum abzuschrecken“.
Mit der Kennzeichnung der rund vierstündigen „Wok-WM“ als Dauerwerbesendung hat Pro 7 für den 7. März nur noch etwa 50 Restminuten für Werbung. Die Sender dürfen nur 20 Prozent der gesamten Sendezeit eines Tages für Reklame verwenden.
Die „Wok-WM“ war 2003 zum ersten Mal ausgetragen worden. Amtierender Wok-Weltmeister ist Rennrodel-Olympiasieger Georg Hackl. Er hatte beim Wettbewerb 2008, um den es bisher keine Auseinandersetzungen gegeben hatte, nach 2004, 2005 und 2007 sein viertes Gold geholt. Für Raab reichte es bei der sechsten Wok-WM nur für den vierten Platz.
Moderator Christian Clerici erreichte bei dem Wettbewerb in Altenberg im Erzgebirge Silber.
