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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Streaming: Lässt Corona die Serienblase platzen?

16.09.2020

Berlin Wann platzt die Serienblase? „When will the bubble pop?“, fragte Anfang des Jahres noch vor der Corona-Krise die „New York Times“. Marktforscher hatten soeben für 2019 allein für die USA die Höchstzahl von mehr als 500 neuen Serienproduktionen bekanntgegeben. Die Antwort auf die Frage ist komplex. Doch sicher ist: 2020 ist für die Serienproduktion ein schwieriges Jahr. Wegen der Corona-Beschränkungen wurden viele Drehs monatelang unterbrochen. Serienfans könnten 2021 einer Durststrecke entgegensehen, weil sich vieles verzögert hat.

Sieben Prozent mehr an neuen Staffeln von Drama bis Comedy als 2018 wurden im Jahr 2019 in den USA veröffentlicht, wie es von den Forschern des FX-Network hieß, einem amerikanischen Pay-TV-Kabelsender aus dem Hause Walt Disney.

Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts hat sich demnach die Zahl der pro Jahr neu gestarteten (oder fortgesetzten) US-Serien mehr als verdoppelt. Seit etwa acht Jahren nehmen in erster Linie Produktionen der Streamingdienste zu. Seit 2014 hat sich deren Zahl verfünffacht. Kamen vor etwa 20 Jahren nur etwa 180 US-Serien innerhalb von zwölf Monaten raus, waren es 2019 insgesamt 532.

In Deutschland prophezeite Ufa-Chef Nico Hofmann in einem Interview 2019: „Irgendwann wird die Serienblase platzen – auch in puncto Wirtschaftlichkeit.“ Das ergebe sich „aus natürlichen Begrenzungen von Produktionskapazitäten, verfügbarem Talent und Budget“. Er sagte voraus: „Es ist zu viel Programm auf dem Markt. Die Zuschauer konsumieren gleichzeitig selektiver, und das erhöht den Druck auf jede einzelne Produktion, hervorzustechen.“

Hat die Kunstform Serie ihren Zenit überschritten? Denn wer seit Jahren Hunderte Serien auf den Markt werfe, habe irgendwann fast alles gemacht. „Neue und frische Impulse kommen – Plattformen sei Dank – immer häufiger auch aus Europa.“ Nie zuvor sei der Serienmarkt derart international gewesen. Das beweise die deutsche Netflix-Serie „Dark“, die weltweit Kult sei und keineswegs dem Mainstream-Geschmack folge, so Gößler. Deren deutsche Verortung und philosophischer Ansatz sei sicher ein Faktor für den Erfolg.

„Was alle anderen Länder außer den USA betrifft, halte ich den Zenit noch längst nicht für überschritten“, sagt Gößler. „So viele Themen, Spielfelder, Perspektiven und Narrative sind gerade auch in Deutschland noch gar nicht bearbeitet worden, in Sachen Diversität haben wir zum Beispiel noch gewaltig Luft nach oben.“ Außerdem sei der Nachwuchs immer spezieller und besser ausgebildet. Junge Autorinnen und Autoren bekommen „viel häufiger als noch vor ein paar Jahren“ die Chance, ihre Originalität unter Beweis zu stellen.

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