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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Brisantes in Walnüssen verschickt

02.12.2019

Berlin Die Spitzenquelle der Stasi lieferte zuverlässig aus Bonn nach Ost-Berlin. „Charly“ schmuggelte Informationen über Waffensysteme der Bundeswehr und Einsatzpläne an die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) der DDR-Staatssicherheit. Es waren wohl mehr als 1000 Dokumente. Er habe auch verfilmte Papiere in präparierten Walnüssen in der Weihnachtszeit zu seinen Auftraggebern geschickt, berichtet der Mann in der RBB-Dokumentation „Inside HVA – Ein deutscher Dienst im Kalten Krieg“. Auch in Münzen, Feuerzeugen oder Schlüsseln gelangten geheime Nachrichten in die DDR.

Der erste Teil dieses interessanten Berichts mit vielen Interviews und Fakten ist an diesem Montag (23.45 Uhr) im Ersten zu sehen. Der zweite Teil wird am 9. Dezember (23.30 Uhr) gesendet. Jahrelange Recherchen machen nun die Innensicht aus einer bis heute teilweise verriegelten Welt möglich.

„Charly“ war einer von etwa 2000 aktiven Spionen, die die HVA weltweit im Einsatz hatte, heißt es in dem Film von Daniel und Jürgen Ast. Der Spion flog aber mit seiner Frau – Sekretärin im Verteidigungsministerium – auf. Er wurde in der Bundesrepublik verurteilt und saß dort mehr als zehn Jahre in Haft, bevor er 1987 von der DDR zurückgeholt wurde.

Erstmals vor der Kamera äußert sich eine Frau mit früherem Decknamen „der Schwan“. Sie saß wegen Spionage für die DDR 18 Jahre im Gefängnis in den USA. Erst 2015 kam die frühere DDR-Kundschafterin frei, wie der Film berichtet. „Ich habe alle meine Überzeugungen in einen Korb gelegt, um eine bessere Welt zu schaffen“, legt sie ihre Überzeugung dar.

Die HVA galt als elitäre Einheit des Stasi-Ministeriums, mit knapp 4800 hauptamtlichen und etwa 13 000 Inoffiziellen Mitarbeitern. Von 1952 bis zu seinem Rücktritt 1986 wurde die Truppe von dem eloquenten Markus Wolf geführt. Er war im Westen lange der „Mann ohne Gesicht“ – bis ein „Überläufer“ den Stasi-Spitzenmann 1979 outete. Der Film beleuchtet auch das ambivalente Verhältnis zwischen Wolf (der „Feingeist) und Stasi-Minister Erich Mielke (der „Bauernschlaue“).

Wolf, der 2009 starb, äußert sich in dem Film in einem Interview auch zu einem der bekanntesten Fälle: dem Kanzler-Spion Günter Guillaume. Dass der einst ganz in die Nähe von Willy Brandt kam, sei nicht geplant gewesen. Doch aus dem Coup wurde eine Schlappe: Die Enttarnung von Guillaume führte 1974 zum Rücktritt von Brandt. Ein Kapitel deutsch-deutscher Geschichte wird lebendig.

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