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Vorschau: Feuer und Flamme für eine Bude

08.01.2019

Berlin So wie Günther und Wolfgang geht es vielen Langzeitarbeitslosen in Deutschland: Sie zeigen unermüdliches Engagement, absolvieren eine fragwürdige Fortbildung nach der anderen und sitzen regelmäßig im Jobcenter, wo die Sachbearbeiterin trotz großer Bemühungen keine passende Stelle für sie finden kann.

Angesichts ihres schon fortgeschrittenen Alters erweist sich die Suche nach einem Arbeitsplatz als Herkulesaufgabe, weshalb die beiden Freunde aus Dortmund allmählich alle Hoffnung verlieren.

In dem Fernsehfilm, an diesem Mittwoch um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen, geben die zwei Protagonisten ein herrlich schrulliges Team ab. Während Günther (Armin Rohde) mit seiner etwas forschen, flapsigen Art als Proletarier erkennbar ist, macht Wolfgang (Ludger Pistor) einen eher bourgeoisen Eindruck. Anders als sein Leidensgenosse wirft er sich täglich in Schale und tritt in Gesellschaft eher zurückhaltend auf. Für ihn sucht sich Sachbearbeiterin Frau Gottschalk (Ramona Kunze-Libnow) eine ganz besondere Fortbildungsmaßnahme aus: einen Kreativkurs im Malen. Den gewünschten Erfolg bringt aber auch die nicht.

Die Langzeitarbeitslosen sind verzweifelt, wittern aber ausgerechnet in ihrer Stammschnitzelbude eine Chance. Dort erfahren sie, dass der Wirt in Rente gehen und seine Gaststätte abgeben will. Günther und Wolfgang sind sofort Feuer und Flamme, das Lokal zu übernehmen, müssen jedoch eine Anzahlung von 10 000 Euro leisten.

Wie sie dieses Geld auftreiben, zeigt Regisseur Micha Lewinsky in vielen irrwitzigen Szenen. Ein einfaches Unterfangen ist das nicht für die beiden Freunde. Günther und Wolfgang finden zwar in dem steinreichen Kunstsammler Rolf Sonne (Albrecht Ganskopf) einen potenziellen Kreditgeber, lösen aber in ihrem Eifer eine Abfolge von Ereignissen aus, die sie von ihrem Ziel immer weiter entfernen. Am Ende erweist es sich doch als nützlich, dass Wolfgang am Kreativkurs teilgenommen hat.

„Schnitzel de Luxe“ ist eine amüsante Sozialkomödie. Mit klugen Pointen gelingt es dem Film, aktuelle Probleme anzusprechen, ohne sie zu überspitzen. Wie in vielen deutschen Fernsehproduktionen wirkt die Handlung zwar konstruiert, doch das recht kleine Ensemble macht die Schwachstellen mehr als wett.

Ihre Figuren sind allesamt einnehmend und auf ihre Art liebenswürdig. Selbst Multimillionär Rolf Sonne schafft es, die Sympathien der Zuschauer zu gewinnen, obwohl er gern mit seinem Vermögen prahlt und weniger von Kunst versteht, als er vorgibt. Regisseur Micha Lewinsky nutzt solche charakterlichen Unebenheiten geschickt: Wenn in „Schnitzel de Luxe“ Reich auf Arm trifft, wird nicht nur die Arbeitsweise sozialstaatlicher Institutionen, sondern auch der Kunstbetrieb durch den Kakao gezogen.

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