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Auto fährt in Menschenmenge bei  Rosenmontagsumzug
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Aktualisiert vor 9 Minuten.

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Auto fährt in Menschenmenge bei Rosenmontagsumzug

NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Nicht nur zur Weihnachtszeit

03.07.2018

Berlin Die Brüder Grimm haben viele Märchen geschrieben und adaptiert – inspiriert wurden sie auch von „Il Pentamerone“, der Sammlung des italienischen Schriftstellers und Dichters Giambattista Basile (1575–1632). Drei Märchen daraus finden sich in dem Fantasyfilm mit dem Titel „Das Märchen der Märchen“ („Tale of Tales“), der nun an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) auf Tele 5 gezeigt wird.

„Die hinterlistige Hirschkuh“ heißt das erste Märchen. Die Königin von Longtrellis (Salma Hayek) wünscht sich sehnlichst und vergeblich ein Kind. Ein Zauberer macht ihr und dem König (John C. Reilly) einen dubiosen Vorschlag: Er solle ein Seeungeheuer erlegen und dessen Herz herausschneiden – so geschieht es, doch der König kommt dabei um. Sodann wird das ziemlich große Herz von einer jungfräulichen Köchin ganz allein gekocht und von der Königin verzehrt, ganz ohne Besteck. Schon einen Tag später kommt der ersehnte Thronfolger namens Elias (Christian Lees) zur Welt, doch auch die Köchin gebiert einen Sohn, Jonah (Jonah Lees) – beide blonde Knaben sind einander wie aus dem Gesicht geschnitten.

Erbarmungslos

In „Die geschundene Alte“ geht es um den sexsüchtigen König von Strongcliff (Vincent Cassel), der einer Färberin namens Dora (Hayley Carmichael) nachstellt, die sich während einer gemeinsamen Nacht als alte Frau entpuppt. Er lässt sie aus dem Fenster werfen, doch sie fällt weich und erwacht als junge Frau. Der König findet sie später im Wald und heiratet sie. Als die neue Königin ihre alte Schwester Imma (Shirley Henderson) zur Hochzeit einlädt, beginnt das Schicksal erbarmungslos zuzuschlagen.

Selbiges ereilt auch die junge Königstochter Violet (Bebe Cave) in dem dritten Märchen „Der Floh“. Ihr Vater, der König von Highhills (Toby Jones), hält sich einen anfangs kleinen Floh, der immer größer und unansehnlicher wird, bis er schließlich keine Luft mehr bekommt und stirbt.

Der König lässt ihn häuten, und derjenige, der die Herkunft der Haut genau bestimmen kann, soll Violet zur Frau bekommen. Dummerweise schafft das nur ein dumpfer und gewalttätiger Unhold (Guillaume Delaunay), der die völlig entsetzte Violet mit in seine Höhle in den Bergen schleppt.

Regisseur Matteo Garrone („Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra“) nimmt sich allerhand Freiheiten gegenüber den Originalen, versteht es aber ausgezeichnet, alle drei Geschichten miteinander zu verweben. Sein ruhiges und klassisches Erzähltempo ist wohltuend, zumal Ausstattung und Bilder (Kamera: Peter Suschitzky) von üppiger Pracht und bizarrer Schönheit sind. Die Musik (Alexandre Desplat) untermalt die sehr speziellen Märchen mit hübschen poetischen Klängen und wird nie aufdringlich. Die Schauspieler haben ihre sichtliche Freude am Spiel der gut gezeichneten Figuren. Die Kulissen der teilweise malerisch gelegenen Burgen und Schlösser liegen in den Abruzzen, Apulien und Sizilien.

Gier nach Macht

Zwar trägt Basiles Sammlung den Untertitel „Unterhaltung für Kinder“, doch sollten die besser nicht zuschauen – dafür gibt es zu viele blutige Szenen, pralle Liebesorgien und grässliche Kreaturen, die immerhin nicht digital erzeugt, sondern fantasievoll von Hand gefertigt worden sind. Alle drei Märchen verbindet vieles, so auch die Gier nach Macht, die Unbeherrschbarkeit der Triebe und der Wert von wahrer Freundschaft. Und dass so mancher Traum rasch zu einem Albtraum werden kann: Ende gut? Gar nichts gut.

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