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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Fernsehen: Ein Land, gefangen in der Gewalt

06.04.2020

Bonn Tradition gegen Moderne, Islamismus gegen Kommunismus, Ost gegen West – seit Ende der 1970er Jahre wird Afghanistan von Konflikten heimgesucht. Und das, obwohl sich das Land in den 1960er Jahren in Richtung eines modernen, westlichen Staats entwickelt hatte. Doch Kämpfe zwischen islamistisch und kommunistisch eingestellten Afghanen, der Einmarsch sowjetischer Truppen, der Konflikt zwischen Mudjahedin und Taliban und schließlich der Einmarsch der Amerikaner nach dem 11. September 2001 machten diese Entwicklung zunichte.

Was ist in Afghanistan schief gelaufen? Dieser Frage geht die vierteilige Dokumentation „Afghanistan – Das verwundete Land“ auf den Grund.

Der Fernsehsender Arte zeigt alle vier Folgen der Dokumentation anlässlich eines Afghanistan-Themenabends am Dienstag, 7. April, ab 21.15 Uhr. In vier Folgen wird die Geschichte Afghanistans, von der letzten Monarchie unter König Mohammed Sahir Schah bis hin zur heutigen islamischen Republik, die immer noch von Gewalt bedroht ist, erzählt. Die Dokumentation der Regisseure Mayte Carrasco und Marcel Mettelsiefen rekonstruiert die vergangenen 40 Jahre in dem Land anhand bisher unveröffentlichter Filmaufnahmen aus Archiven und mit Zeitzeugen-Interviews. Neben Rebellenführern, CIA-Agenten, russischen Offizieren und NATO-Befehlshabern kommen vor allem Frauen zu Wort, die – ehemals unterdrückt – nun als Politikerinnen Einfluss auf die Politik des Landes haben.

Die erste Folge der Doku-Serie nimmt den Zuschauer mit in ein den meisten Menschen unbekanntes Afghanistan, in ein Afghanistan in den 1960er Jahren auf dem Weg in die Moderne, aber auch mit in ein Afghanistan am Scheideweg. Schon jetzt zeichnen sich erste Konflikte zwischen traditionellen Islamisten und Kommunisten ab. Auf das Ende der Monarchie und die Machtübernahme durch die Kommunisten folgt die Erklärung des Dschihads durch Islamisten. Afghanistan ist im Bürgerkrieg.

Schließlich marschieren sowjetische Truppen ein, und das Land wird zusätzlich zum Schlachtfeld des Kalten Krieges. Die zweite Folge der Doku-Serie beschäftigt sich mit den 1980er Jahren, den Jahren des in dem Land ausgetragenen Stellvertreterkrieges zwischen der Sowjetunion und den USA, die die islamistischen Mudjahedin im Kampf gegen die Kommunisten unterstützten. Als die Sowjetunion am Ende aufgeben muss, feiern die Bürger Afghanistan – nicht ahnend, dass in ihrem Land schon der nächste Konflikt schwelte. Nach dem Rückzug der Sowjetunion im Jahr 1989 fehlt den in verschiedene Gruppen zersplitterten Mudjahedin eine gemeinsame Vision für ihr Land. Sie bekämpfen sich untereinander und bereiten einer neuen, radikalen Bewegung den Weg – den Taliban. Diese Entwicklung thematisiert die dritte Folge der Dokuserie.

Die letzte Folge der Dokumentation setzt am 11. September 2001 ein, nach den Anschlägen der Terrororganisation Al-Kaida auf das World Trade Center in New York. Infolgedessen rücken die Amerikaner in Afghanistan ein, um die Taliban zu stürzen. Doch die Nato-Truppen bringen dem Land auf Dauer keinen Frieden: In den neu und frei gewählten Parlamenten sitzen ehemalige Kriegsherren, und die Taliban wird nicht mit eingebunden, was weitere Konflikte zur Folge hat. Afghanistan bleibt in Gewalt gefangen, wird nun zum Schauplatz unzähliger Selbstmordattentate.

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