Wien - Er ist Journalist und Autor, Drehbuchschreiber, Regisseur und natürlich Kabarettist: Werner Schneyder, der mit Solo-Programmen, durch Fernsehauftritte und Gastmoderationen berühmt wurde. Nun feiert der in Wien lebende Tausendsassa am 25. Januar seinen 80. Geburtstag.

Schneyder konzentriert sich seit Jahren bewusst auf den „anderen Schneyder“, wie er selbst formuliert. Er meint damit den Lyriker und Essayisten, den Aphoristiker, Übersetzer, Vortragskünstler und Erzähler. Im Zen­trum der vergangenen Jahre stand seine eigene Biografie, beschrieben in „Meine zwölf Leben“ und vor wenigen Wochen erst in der Autobiografie „Gespräch unter zwei Augen“.

Bekanntlich ist Schneyder auch Sportjournalist gewesen. Doch das „ZDF-„Sportstudio“ würde er nicht mehr moderieren: „Mit bald 80 habe ich da nichts mehr zu suchen. Und der Sport ist für mich ausgereizt!“ Dennoch: Ab und zu gibt der ehemalige Boxer und Ringrichter noch gekonnt seine Meinung ab zum Boxkampf im Fernsehen. Seine Art des Kommentierens wirkt einmalig. Legendär sein erster Satz, den er oft zu Anfang eines Kampfes sagte: „Liebe Box-Freunde, Box-Skeptiker, Box-Gegner!“ Schneyder wollte immer anders als die anderen sein. „Ich fühle mich dem Publikum verpflichtet“, sagt der Österreicher, „ich frage immer nach der Wirkung. Eine Pointe, die man nicht kapiert, nützt nichts.“

Geboren wurde der Sohn eines Kaufmanns am 25. Januar 1937 in Graz. Nach dem Studium der Publizistik und Kunstgeschichte in Wien war er als Lokaljournalist und Werbetexter tätig, danach als Dramaturg in Salzburg und Linz. Seit 1965 ist Schneyder als freiberuflicher Autor und Regisseur aktiv. Am Bremer Theater inszenierte er 2009 sehr erfolgreich Yasmina Rezas „Der Gott des Gemetzels“.

Ab 1974 glänzte er mit seinem 2013 gestorbenen Freund Dieter Hildebrandt als politischer Kabarettist der „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“. Seit 1982 tritt er mit Soloprogrammen hervor.

Schneyder lebt mit seiner zweiten Frau in Wien und am Millstättersee. Der führerscheinlose Autohasser fischt gern in Kärnten, wo auch sein Sommerhaus steht. Dort denkt der Mann mit der kernigen Stimme oft über neue Texte nach.

In seinem Buch „Krebs. eine Nacherzählung“ hat er 2008 das Leben und Leiden seiner ersten Frau Ilse erzählt. Verzweifelt musste Schneyder seiner Partnerin beim Sterben zusehen. Ein Werk der Ohnmacht, aber auch eine Liebeserklärung. Dass er bis heute nicht aus dem Buch öffentlich vorliest, kennzeichnet ihn als einen sensiblen und sympathischen Zeitgenossen.