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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Tv-Krimi: An der Weser sind die Vampire los

25.10.2018

Bremen Wer sich an diesem Sonntagabend im Ersten den neuen Bremer „Tatort“ anschauen möchte, sollte neben der Chipstüte auch Holzpflock, Kruzifix und Knoblauchknolle bereitlegen. Denn in dem Streifen „Blut“ sind die Vampire los. Der Grusel-Krimi (20.15 Uhr) ist der vorletzte Fall des Ermittlergespanns Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen).

Eingangs bekommen es die Kommissare mit einer blutleeren Leiche zu tun. Der Hals der jungen Frau ist regelrecht zerfetzt. Und es bleibt nicht bei diesem einen Bissopfer. Ins Visier der Ermittler geraten Wolf Harding (Cornelius Obonya) und seine lichtscheue, ambivalente Tochter Nora, gespielt von Lilith Stangenberg. Diese sorgt für die Schockmomente des Films.

„Vampir ist eine alte Traumrolle von mir“, sagte Stangenberg nach der Pressevorführung in einem Bremer Kino. Gereizt habe sie aber vor allem Noras Polarität. „Die größte Herausforderung war diese innere Dramatik der Figur, diese tragische Geschichte glaubhaft zu erspielen.“

Die meisten Szenen spielen nachts, in einsamen Parks und menschenleeren Straßen. Wer sich auf den Grusel einlässt, wird seine Gänsehautmomente erleben. Zwischendurch durchbricht immer mal wieder ein Augenzwinkern die Düsternis.

Das Drehbuch stammt von Philip Koch, der auch Regie führte. „Ich arbeitete schon seit Längerem an der Idee für einen Spielfilm, der das übernatürlich aufgeladene Thema Vampirismus erdet und auf eine menschlich-emotionale Facette herunterbricht“, sagte Koch. Es gehe um „die Angst vor dem Nicht-Sichtbaren, vor dem, was buchstäblich im Schatten liegt. Und was sie mit uns macht.“

Auch Sabine Postel fand es reizvoll, in einem Krimi mit Gruselelementen mitzuspielen. „Das ist klasse, wenn man den Zuschauer auch ein bisschen verwirrt und das in dieses Genre einkleidet“, sagt Sabine Postel. Obwohl der Film im ersten Moment als Gruselfilm daherkomme, habe er mit dem Thema Lichtkrankheit durchaus einen realistischen Hintergrund. Privat schaut Postel nicht so gern Horrorfilme. „Ich bin ja nun auch so ein Schisser. Und ich habe mich nie gern gegruselt“, sagt sie.

Im Zuge der Ermittlung behält sie als Kommissarin Lürsen einen kühlen Kopf, ihren Kollegen Stedefreund hingegen verschlägt es körperlich wie geistig immer mehr nach Transsylvanien. Oliver Mommsen sagt von sich selbst: „Ich grusel mich gern, aber ich erschrecke mich ungern.“

Der letzte „Tatort“ (Titel: „Wo ist nur mein Schatz geblieben?“) mit dem Gespann Lürsen/Stedefreund ist im Ersten fürs erste Halbjahr 2019 geplant.

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