Köln - Polizist Semir – seit mehr als 20 Jahren gespielt von Erdogan Atalay (53) – hat in seinem Job bei der Autobahnpolizei schon fast alles erlebt: Blut, Schweiß, umherwirbelnde Autowracks, gigantische Explosionen. Einmal musste sogar ein durchgeknallter Ex-Soldat mit einer Atomrakete gestoppt werden. Was der Alpha-Rüde der RTL-Asphalt-Serie „Alarm für Cobra 11“ aber noch nie erlebt hat, steigt in der ersten Folge der neuen Staffel aus einem Auto und bindet sich einen Pferdeschwanz: eine Frau, auf Augenhöhe.
Die neue Kollegin heißt Vicky Reisinger und wird gespielt von der in Aachen geborenen Schauspielerin Pia Stutzenstein (31). Dass sie die neue Partnerin von Atalay wird, einem der dienstältesten Kommissare, die das deutsche Fernsehen hervorgebracht hat, ist ein Kulturbruch im „Cobra“-Universum. Bislang hatte Atalay immer nur Männer an seiner Seite – etwa Gedeon Burkhard (51) und Tom Beck (42). Stutzenstein ist die erste Frau – deutliches Zeichen für die Generalüberholung, die vorgenommen wurde. Die gutgeölte „Cobra“ will nach vielen Kilometern etwas Neues probieren.
Wer die ersten Folgen der neuen Staffel sieht, die von diesem Donnerstag ab 20.15 Uhr bei RTL laufen, wird – sofern er auch die alten kennt – den Unterschied schnell feststellen. Das Ganze fängt schon im Hauptquartier der Autobahn-Cops an. Einzelbüros sind passé, man arbeitet nun in einem großen „Workspace“ und verfolgt die Einsätze auf Videowänden. Alles ist so dunkel und mit sanftem Licht ausgeleuchtet, dass man meinen könnte, es werde nur nachts gearbeitet. Die „Cobra“ verströmt die Aura eines Limonaden-Start-ups.
„Alarm für Cobra 11“ ist ein Klassiker im Fernsehen. Schon seit 1996 jagen die Cops der Autobahnpolizei mit durchgetretenem Gaspedal Ganoven. Die Fahrtrichtung war dabei immer klar: die Stunts aberwitzig, die Detonationen laut, die Geschichten groß bis absolut unrealistisch.
