Berlin - Nonsens als „Didi“, Scharfzüngiges als Polit-Kabarettist, warmherzige Charakterköpfe in Kino-Erfolgen wie „Honig im Kopf“: Dieter (Didi) Hallervorden ist Komiker, Schauspieler, Kabarettist, Theaterleiter – und ein Original. Der Mann mit dem zerknautschten Gesicht schrieb mit der Slapstick-Serie „Nonstop Nonsens“ in den 70er Jahren Fernsehgeschichte.
Zuletzt gelang ihm ein Comeback im Kino. Am 5. September feiert Hallervorden seinen 80. Geburtstag – und am selben Tag in seinem Berliner Schlossparktheater auch die Premiere der neuen Bühnenproduktion: „Amadeus“ über das Musikgenie Mozart.
Hallervorden selbst wird in dem Stück von Peter Shaffer, das von Milos Forman 1984 verfilmt wurde, nicht auf der Bühne stehen. Dafür hat der Allrounder für seine Fans einen neuen Song aufgenommen: „Ihr macht mir Mut (in dieser Zeit).“
Und in der ARD ist der Entertainer am 5. September um 20.15 Uhr in der Komödie „Chuzpe – Klops braucht der Mensch“ zu sehen. Darin spielt Hallervorden einen Holocaust-Überlebenden, der nach Jahrzehnten in Australien nach Berlin zieht – und dort mit seiner neuen Freundin ein Klops-Restaurant aufmachen will. Eine Geschichte mit Witz und Tiefgang.
„Ich wusste schon immer, dass ich auch ernste Rollen spielen kann. Mich hat einfach nur keiner gelassen“, kommentiert Hallervorden seine späte Karriere als Charakterdarsteller. „Es war unheimlich schwer, aus der ,Didi’-Schublade rauszuklettern und zu meinen eigentlichen Wurzeln zurückzukehren“, sagte er einmal über sein Image als Spaßmacher.
Ob mit seinem legendären „Palim, Palim!“ im Gag über die „Flasche Pommes Frites“, dem Butler-Auftritt im Sketch „Die Kuh Elsa“ oder dem mit Helga Feddersen gesungenen Ulksong „Die Wanne ist voll“ – Hallervorden hat einen Platz im Witze-Gedächtnis der Deutschen. Bissiger war er früh in seinen Kabarettprogrammen und in der TV-Reihe „Hallervordens Spott-Light“.
Mit 78 schaffte Hallervorden als Marathonläufer in „Sein letztes Rennen“ ein Comeback als Charakterdarsteller. Mit Til Schweiger drehte er 2014 die erfolgreiche Tragikomödie „Honig im Kopf“. Darin spielt er anrührend einen alten Mann mit Alzheimer.
Seit mehr als 55 Jahren steht der gebürtige Dessauer, der 1958 in den Westen ging, auf der Bühne. Hallervordens Motto lautet „Ein Narr gibt niemals auf“. Seine zweite Wahlheimat ist ein Schloss in Frankreich. Er ist in zweiter Ehe verheiratet und hat vier Kinder.
