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SERIE: Eine nachdenkliche Respektsperson

31.12.2008

HAMBURG Für viele Krimi-Fans ist er nach wie vor der eigentliche Klassiker unter den deutschen TV-Krimis: „Der Kommissar“ mit Erik Ode. Trotz des größeren internationalen Erfolgs von „Derrick“ mit Horst Tappert behalten die 97 in Schwarzweiß gedrehten Folgen mit Ode als Kommissar Keller bis heute ihren ganz eigenen Reiz.

Vor 40 Jahren – am 3. Januar 1969 – lief die erste Folge und begründete die Tradition des Freitagabend-Krimis im ZDF. Zur Zeit sendet 3sat die Serie, die bis 1976 lief, noch einmal am späten Sonntagabend – am 4. Januar läuft Folge 31. Und der digitale ZDF-Dokukanal beginnt am 40. Jahrestag der Erstausstrahlung, dem 3. Januar, um 7.15 Uhr mit Folge eins.

Erik Ode hatte bereits eine lange Karriere als Schauspieler und erfolgreicher Filmregisseur hinter sich, als ihm die Rolle des „Kommissars“ angetragen wurde. Er war 58 Jahre alt, als er seinen ersten Fall mit dem Titel „Toter Herr im Regen“ löste.

Von Anfang an beeindruckte Ode durch seine ruhige, nachdenkliche Art, mit der er Zeugen befragte und ihnen zuhörte. Gewalt und andere Exzesse sind in der Serie Mangelware. Kommissar Keller ist auch für sein Team eine Respektsperson. Anders als bei „Derrick“, wo sich der Oberinspektor und sein Assistent duzen und mit Vornamen ansprechen, ist Keller für seine Mitarbeiter nur der „Chef“, der selbstverständlich mit „Sie“ angeredet wird. Er seinerseits duzt seine 20 bis 30 Jahre jüngeren Kollegen und nennt sie beim Vornamen.

Drei Männer ermitteln an seiner Seite: Walter Grabert (Günter Schramm), Robert Heines (Reinhard Glemnitz) und Harry Klein (Fritz Wepper), der 1974 zu seinem neuen Chef Derrick versetzt wird. An seine Stelle tritt sein Bruder Erwin, gespielt von Fritz Weppers Bruder Elmar. Zum Team gehört auch Kellers Sekretärin Käthe Rehbein (Helma Seitz), die von allen „Rehbeinchen“ genannt wird und viel Kaffee kocht. In einigen Folgen taucht auch Kellers Ehefrau auf, gespielt von Rosemarie Fendel.

Alle Drehbücher schrieb Herbert Reinecker. Zahlreiche prominente Regisseure inszenierten „Kommissar“-Folgen, unter ihnen Helmut Käutner, Wolfgang Staudte und Ullrich Haupt.

Nach dem Start von „Derrick“ liefen beide Serien zwei Jahre lang parallel im ZDF, bevor sich Erik Ode am 30. Januar 1976 mit der Folge „Tod im Transit“ verabschiedete. Danach war er noch als Schauspieler und Regisseur am Theater tätig, bevor er 1983 im Alter von 72 Jahren starb.

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