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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Blutige Abrechnung im Burgenland

17.05.2019

Eisenstadt Das Bekannte und das Fremde – spätestens seit der Flüchtlingskrise 2015 ist das in vielen Filmen ein prägendes Schema. Auch der düstere ZDF-Krimi „Grenzland“ am kommenden Montag (20.15 Uhr) arbeitet sich daran ab: Es geht um Flüchtlinge, um eine Bürgerwehr und um die Angst vor dem Unbekannten in jeglicher Form. Mittendrin versucht Ermittlerin Elfriede Jandrasits (Brigitte Kren, 65, „Vier Frauen und ein Todesfall“) einen Mordfall zu lösen.

Die 18-Jährige, sprachbehinderte Renate wird tot in einem Waldstück aufgefunden. Als dringend tatverdächtig gilt schnell ihr Freund Achmed, der sein Temperament nicht immer im Griff gehabt haben soll. Der junge Flüchtling ist zudem verschwunden. Als Jandrasits und der etwas unbeholfene Dorfpolizist Hans Boandl (Christoph Krutzler, 41, „Landkrimi“) Achmed finden und befragen, schweigt der lieber. Erst mit den weiteren Ermittlungen kommen Zweifel an der auf der Hand liegenden Mordtheorie auf, vor allem ein Motiv lässt sich nicht finden.

Der Film von Marvin Kren (39, Regie und Drehbuch, „4 Blocks“) und Konstanze Breitebner (59, Drehbuch) spielt im südlichen Burgenland, einer sehr ländlichen österreichischen Region, die vor allem durch die Nähe zu Ungarn geprägt ist und erst 1921 Teil der Alpenrepublik wurde. Fremde fallen dort schnell auf, während der Flüchtlingskrise 2015 erlebten die Menschen aufgrund der Grenznähe die teils chaotischen Zustände hautnah mit.

Im Film herrscht in dieser Region eine zumeist fremdenfeindliche Stimmung. An der erneuten Suche nach Achmed beteiligen sich auch die aufgebrachten und bewaffneten Dorfbewohner besonders gern – und ebnen damit den Weg zu einer blutigen Endabrechnung.

Ganz neu ist das von der Handlung her alles nicht, in den vergangenen Jahren entstanden in Deutschland und auch in Österreich ähnliche Krimis, auch der „Tatort“ arbeitete schon mit diesem Muster. Die weiterhin emotionalen Debatten über die Migrationspolitik in Europa zeigen aber, dass das Thema weiterhin aktuell ist - auch dieser Film regt daher sicher zum Nachdenken über die Migrationspolitik und den Umgang mit den Flüchtlingen an.

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