Berlin - „Was sind Sie: Ein Wolf – oder ein Geißlein?“ Mit dieser ungewöhnlichen und gar nicht märchenhaften Frage beginnt der Thriller „Ein gefährliches Angebot“, der an diesem Montag (20.15 Uhr, ZDF) zu sehen ist.

Die Frage gilt der jungen Berliner Polizistin Ina Roth (Petra Schmidt-Schaller), die gerade durch die Prüfung für den gehobenen Dienst gefallen ist. Ihr ehemaliger Ausbilder Thomas Theissen (Armin Rohde) wusste das sogar schon vor ihr, und mit diesem Wissen und dem hingeworfenen Satz „Informationsbeschaffung ist das Geschäft des 21. Jahrhunderts“ ködert er die ehrgeizige Polizistin.

Sie hat von den Mühlen der Behörde und dem lausigen Gehalt endgültig die Nase voll und steigt in Theissens Sicherheitsfirma ein. Dort wird ihr der sperrige Kollege Torsten Gütschow (André Hennicke) zur Seite gestellt, der ihr rät, bei Einsätzen das Privathandy daheim zu lassen und keine Freundschaften im Job zu schließen.

Roth und Gütschow werden von den beiden Vorständen einer Umweltfirma – Michael Dithardt (Christian Berkel) und Ronald Klostermeier (Anian Zöllner) – beauftragt, ein Leck in der internen Kommunikation ihres Unternehmens ausfindig zu machen, wodurch Firmengeheimnisse an die Presse gelangen. Sie finden heraus, dass Dithardt seine Frau mit einer Wirtschaftsjournalistin betrügt und offenbar Kinderpornoseiten im Internet besucht.

Autor und Regisseur Hannu Salonen („Verbrechen, nach Ferdinand von Schirach“) ist ein spannender Thriller gelungen. Die Optik des Filmes ist düster und cool, die Schauplätze (ein stillgelegter Kessel, ehemalige Müllhalden) sehenswert, die Musik ist subtil eingesetzt, und die Dialoge sind stellenweise recht spitz: „Damals waren wir jung und unschuldig. Jetzt sind wir nur noch und.“

Es geht um die Kernfrage, ob der Zweck die Mittel heiligt und ob es sich lohnt, seinen Idealismus zugunsten eines unersättlichen Gewinnstrebens aufzugeben. Gewisse Überschneidungen mit den realen Skandalen der HSH Nordbank und der Sicherheitsfirma Prevent aus dem Jahr 2009 sind unübersehbar.