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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Fernsehballett verklagt Sender

02.12.2013

Berlin Der Streit um das Ende des Deutschen Fernsehballetts geht weiter. Jetzt hat der Ballett-Besitzer Peter Wolf (56) den MDR auf Schadenersatz verklagt. Wie Wolf nun sagte, fordert er 1,1 Millionen Euro von dem Sender. Er bestätigte damit einen Bericht der „Bild am Sonntag“. Es gehe ihm um entgangene Aufträge, Investitionen und Gewinne.

Bereits am Donnerstag habe er eidesstattlich versichert, dass MDR-Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi ihm in drei Gesprächen Aufträge über 360 000 Euro für Auftritte im MDR und im Ersten für das kommende Jahr zugesagt habe. Vor einer Woche war bekanntgeworden, dass das Fernsehballett seinen Betrieb Ende März 2014 wegen Auftragsmangels einstellen wird.

Der MDR wies die Vorwürfe Wolfs am Sonntag erneut zurück. Es habe Verträge für 2012 und 2013 gegeben. Diese vertraglichen Verpflichtungen seien ausgelaufen, sagte MDR-Sprecher Walter Kehr. Wolf sei bei Sondierungsgesprächen signalisiert worden, dass es 2014 auf etwa dem gleichen Niveau weitergehen könnte. „Was uns erstaunt und irritiert ist, wie er sich öffentlich über die gute Zusammenarbeit äußert“, sagte Kehr.

Gegründet wurde das Ensemble 1962 vom Deutschen Fernsehfunk der DDR. Nicht nur Kostüme, Musik und Bewegungen waren exotisch. Das Ensemble brachte Internationalität. Dafür garantierten die Solistinnen Emöke Pöstenyi aus Ungarn und die Halbamerikanerin Susan Baker, die in der DDR Starstatus genossen. In Shows wie „Ein Kessel Buntes“ wirbelten sie über die Mattscheibe. Ob Walzer, Tango oder Revuetanz – mehr als 1400 Choreografien eignete sich das Ballett an.

Manager Wolf hatte noch viel vor mit den 32 Tänzern aus 18 Nationen. Moderner sollten die Shows werden, das Ensemble sollte nicht mehr so stark vom TV-Geschäft abhängen. Ihm schwebten Programme nach dem Vorbild von „Riverdance“ vor. Die Gruppe füllt mit irischem Stepp-Tanz weltweit Säle. Schon 2014 wollte man profitabel sein, hatte Wolf angekündigt.

Das Ballett gehörte – wie bis heute auch das Tanzensemble am Friedrichstadtpalast – zu den Größen in der ostdeutschen Showbranche. Dabei glückten allerdings nicht alle Auftritte: Ein Engagement vor gut zwei Jahren für den umstrittenen Machthaber Tschetscheniens auf Kosten der Gebührenzahler löste Proteste aus und führte letztlich zum Verkauf.

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