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Ard-Dokudrama: Frage nach dem Verräter bleibt ungeklärt

16.02.2015

Frankfurt „Das Tagebuch der Anne Frank“, erstmals veröffentlicht im Jahr 1947, gehört zur Weltliteratur und wurde in 70 Sprachen übersetzt. Es erschien in einer Gesamtauflage von mehr als 30 Millionen Exemplaren und wurde mehrfach verfilmt. Doch das eindrucksvolle Dokudrama „Meine Tochter Anne Frank“ von Hannah und Raymond Ley ist die erste große deutsche Verfilmung.

Die Autoren schildern das Leben der jüdischen Familie Frank aus einem neuen Blickwinkel. Im Mittelpunkt stehen nicht nur Annes letzte Lebensjahre in ihrem Versteck in einem Amsterdamer Hinterhaus, ihre Hoffnungen und der Verrat an die Gestapo, sondern auch das Schicksal ihres Vaters Otto Frank. Er überlebte als Einziger den Holocaust und sorgte nach dem Krieg für die Veröffentlichung des Tagebuchs. Die ARD strahlt den Film am Mittwoch, 18. Februar, um 20.15 Uhr aus.

Die Autoren schildern anschaulich das tägliche Leben von acht Menschen, die sich von Juli 1942 bis August 1944 in Amsterdam versteckt hielten. Ottos Sekretärin Miep Gies ging das hohe Risiko ein, alle zu versorgen. Nach der Verhaftung nahm sie Annes Tagebuch an sich und übergab es nach dem Ende des Kriegs an deren Vater.

Das Besondere an diesem Film über Anne Frank ist, dass ihr Leben vom Anfang her erzählt wird, ohne Fixierung auf das tragische Ende, mit allen Hoffnungen und Zukunftserwartungen einer intelligenten 13-Jährigen. Anne Frank – sehr authentisch dargestellt von Mala Emde – muss sich in ihrem Versteck zwar ruhig verhalten, beobachtet ihr Umfeld aber mit wachen Augen. Sie spart auch nicht mit frechen Bemerkungen.

Der Film folgt Annes Schicksal von der glücklichen Kindheit in Frankfurt über das Versteck in Amsterdam bis zu ihrem tragischen Tod im März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Sie starb dort abgemagert, fast erfroren und vermutlich mit Typhus infiziert. Wenige Wochen später wurden die Überlebenden des KZ von britischen Truppen befreit.

Das dokumentarische Filmmaterial wird sorgfältig in die Spielszenen eingefügt und ergänzt die eindrucksvollen Beschreibungen des Mädchens. Der erfahrene Dokumentarfilmer Raymond Ley („Eichmanns Ende“) entwickelte das Drehbuch gemeinsam mit seiner Frau Hannah.

Die Tagebuchzitate, Rückblicke und Spielszenen werden ergänzt durch Interviews mit Zeitzeugen, die Anne und Otto Frank noch persönlich kannten, sowie Ausschnitten aus früheren Interviews mit Otto Frank und der aufopferungsvollen Helferin Miep Gies. Hannah und Raymond Ley forschten auch danach, wer das Amsterdamer Versteck der Franks verraten hat.

Doch diese Frage ist bis heute nicht geklärt. Die meisten Historiker meinen inzwischen, dass die Familie durch professionelle Kopfgeldjäger enttarnt wurde – wie dem im Film gezeigten Oberscharführer Karl Silberbauer, dargestellt von Axel Milberg. Sie lebten davon, versteckte Juden gegen Belohnung an die SS zu verraten.

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