FRANKFURT - Eigentlich wollte sie Stewardess werden. Doch dann bewarb sie sich beim Hessischen Rundfunk und wurde schließlich zu einer der bekanntesten Frauen des deutschen Fernsehens. Karin Tietze-Ludwig war mehr als 30 Jahre Deutschlands Lottofee. Am nächsten Dienstag feiert sie ihren 70. Geburtstag.

„Es gab Hans Rosenthal, Hans-Joachim Kulenkampff, Heinz Schenk, und dann kam gleich Karin Tietze-Ludwig“, sagt Franziska Reichenbacher über die Fernseh-Präsenz ihrer Vorgängerin. Zusammen mit der „Tagesschau“-Sprecherin Dagmar Berghoff zählt Tietze-Ludwig bis heute zu den bekanntesten Frauen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens der vergangenen Jahrzehnte.

„Wer ist heute noch 30 Jahre auf dem TV-Schirm zu sehen? Sie hat eine beeindruckende Marke gesetzt“, formuliert es Reichenbacher. Dazu gehört einer der legendärsten Sätze der deutschen TV-Geschichte, der bis Mai 1986 jeden Samstagabend bei der ARD-Ziehung der Lottozahlen zu hören war: „Der Aufsichtsbeamte hat sich vor der Ziehung vom ordnungsgemäßen Zustand des Ziehungsgeräts und der 49 Kugeln überzeugt.“

Zwölf Jahre später, also 1998, machte Tietze-Ludwig aus persönlichen Gründen Schluss mit dem Fernsehen. „Ich freue mich nun auf ein ganz normales Hausfrauendasein, das ich bisher ja nur nebenbei geführt habe“, hatte die Mutter eines Sohnes nach ihrer Verabschiedung gesagt. Ihr Mann, der Redakteur Hans-Jürgen Tietze, starb nur wenige Jahre später.

Karin Ludwig-Tietze zog sich danach aus der Öffentlichkeit zurück. Inzwischen habe sie diesen Schlag überwunden und nehme wieder regen Anteil am kulturellen Leben etwa in Frankfurt, heißt es bei ihrem Sender, dem Hessischen Rundfunk.