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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Tv-Krimi: Mordermittlungen mit Gruseleffekten

26.10.2017

Frankfurt /Main In der Wohngemeinschaft von Kommissar Wolfram Brix (Wolfram Koch) und seiner Hauswirtin Fanny (Zazie de Paris) passieren gruselige Dinge. Ein nur mit einem Nachthemd bekleideter, verwirrter Mann bricht in ihr Haus ein und will es anzünden. Der Alte gibt düstere Vorahnungen von sich und starrt dabei auf ein Dachbodenfenster. Dahinter findet Brix kurz darauf unter einer Diele ein Kinderskelett. Bei seinen Ermittlungen erfährt er, dass sein Wohnhaus ein ehemaliges Waisenhaus war, über 40 Jahre lang leer stand und mit einem Fluch belegt sein soll.

„Fürchte dich“, heißt der neue „Tatort“ des Hessischen Rundfunks (hr) – ein Mix aus Kriminal- und Horrorfilm. Das Erste zeigt den sechsten Fall des Frankfurter Ermittler-Duos Brix und Janneke (Margarita Broich) am Sonntag um 20.15 Uhr.

Kurz nach dem unheilvollen Angriff des alten Mannes Otto Schlien (Axel Werner) auf das Haus von Fanny taucht seine Enkelin auf. Merle (Luise Befort) heftet sich an Brix’ Fersen und weicht ihm nicht mehr von der Seite. Sie will unbedingt in das Haus, in dem sich Kommissarin Janneke um die völlig aufgelöste und gegenüber übersinnlichen Phänomenen aufgeschlossene Fanny kümmert.

Während die beiden Frauen immer stärker in den Sog des Geisterhauses geraten, versucht Brix – von Übersinnlichem unbeeindruckt – den Tod des Mädchens vor rund 60 Jahren im „Haus der Barmherzigkeit“ aufzuklären.

Die Drehbuchautoren Christian Mackrodt und Andy Fetscher, der auch Regie führt, mischen den Kriminalfall mit Gruseleffekte. Fetscher setzt auf dafür typische Elemente: sturzbachartigen Regen, Blitze, Feuer und Nebel sowie Fratzen, fremde Stimmen und Dämonen.

„Glauben Sie an Geister?“, fragt Kommissarin Jannecke gleich zu Beginn aus dem Off in einer Art Prolog. Wer diese Frage entnervt mit Nein beantwortet, dürfte an dem „Tatort“ nicht viel Spaß haben. Dabei ist die in zwei Filmgenres verankerte Handlung spannend und actionreich erzählt. Nach einem betont langsamen Beginn nimmt sie deutlich an Tempo auf. Die Leistung der Schauspieler ist durchweg überzeugend, im Mittelpunkt stehen dabei Zazie de Paris und Luise Befort. Und: „Fürchte dich“ schaffte es beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen immerhin zu einer Nominierung.

Einen aktuellen Mord gibt es auch – aber erst zum Schluss. Der ist genauso wenig übersinnlich wie der Tod des Kindes aus dem Waisenhaus. Beide hängen sogar miteinander zusammen. Familie, das zeigt der „Tatort“ auf beklemmende Weise, kann auch Horror sein.

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