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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Esc-Abendsendungen: Sogar ein Astronaut tritt beim Contest an

18.05.2020

Köln /Hamburg „Open up“ hätte das Motto des diesjährigen Eurovision Song Contest in Rotterdam lauten sollen, doch es kam die Corona-Pandemie, der Shutdown und alles anders. ARD und ProSieben sendeten am Samstagabend konkurrierende Ersatzwettbewerbe fürs deutsche TV-Publikum. Traditionell ist das Finale des Eurovision Song Contest die erfolgreichste TV-Unterhaltungsshow des Jahres. Vergangenes Jahr sahen siebeneinhalb Millionen im Ersten zu. Diesmal verteilten sich die Millionen auf ARD (3,1 Millionen) und ProSieben (2,6 Millionen).

Das deutsche ESC-Finale im Ersten gewann Litauen mit dem minimalistischen Elektropopsong „On fire“ der Band The Roop. Bei ProSieben gewann Nico Santos – geboren in Bremen, aufgewachsen auf Mallorca – für Spanien mit dem Lied „Like i love you“ den „Free European Song Contest“. Diesen alternativen Wettbewerb mit eigenen Musikbeiträgen produzierte Altmeister Stefan Raab. Im Ersten lief außerdem nach dem deutschen ESC-Finale ab 22.15 Uhr zeitversetzt eine zweistündige internationale Ersatzshow des niederländischen Fernsehens, bei der es aber kein Voting gab. Dafür gab es in dieser aus Hilversum bei Amsterdam präsentierten Sendung Ausschnitte aller für den ESC in Rotterdam vorgesehenen Beiträge.

In Anlehnung an den Hit und die Krisenlage lautete der Titel der Show „Europe Shine a Light“. In einem Einspieler sagte Björn Ulvaeus (75), Mitglied der berühmtesten ESC-Siegerband Abba: „Lang lebe der Eurovision Song Contest.“ Ulvaeus versprach, die Musikshow werde in gewohnter Weise wiederkommen. Offiziell bekanntgegeben wurde in der Show aus Holland auch, dass Rotterdam 2021 zum Zuge kommen und die Show austragen werde. Sänger Ben Dolic lieferte zuvor im deutschen ESC-Finale der ARD mit Moderatorin Barbara Schöneberger eine Vorstellung davon ab, wie der deutsche Beitrag für die Finalshow in Rotterdam ausgesehen hätte. Mit vier Tänzern und vor großer Leinwand sang der 23-Jährige in der leeren Hamburger Elbphilharmonie „Violent Thing“.

Der von Raab erfundene „Free European Song Contest“ wartete parallel mit 16 Teilnehmern auf, darunter auch das Gastland „Der Mond“ – in Anspielung darauf, dass beim echten ESC seit Jahren ja auch das außerhalb Europas liegende Australien mitmache. Hinter dem „Masked Singer“-Astronautenkostüm steckte Max Mutzke.

Überraschend war der Künstler, der für Deutschland antrat: der Musiker und Komiker Helge Schneider („Katzenklo“). Das Lied des 64-Jährigen drehte sich passend zur Corona-Pandemie ums Zuhausebleiben („Forever at home, forever alone, für immer im Haus“). Raab war in seiner Show nur in einem aufgezeichneten Clip kurz als Nicole-Parodist zu sehen.

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