H - Für das NDR-Dokudrama „Der Mann, dem die Frauen vertrauten“ ist Charakterdarsteller Ulrich Tukur in die Rolle des Serienmörders Horst David geschlüpft. Der 90-Minüter schildert den Lebensweg und die Verbrechen des sogenannten Würgers von Regensburg, der zwischen 1975 und 1993 sieben Frauen mit bloßen Händen erdrosselt hat.
Neben Tukur („Ein fliehendes Pferd“) ist Josef Wilfling zu sehen, der als Leiter der Münchner Mordkommission David 1994 festnahm und sich selbst spielt. Die ARD strahlt das Dokudrama unter der Regie von Walter Harrich am 1. August um 21.45 Uhr aus.
David war Maler und arbeitete 21 Jahre lang im selben Betrieb zur vollen Zufriedenheit seines Chefs. Niemand ahnte, dass der Akkordeonspieler und Gelegenheitsdichter nach der Arbeit mehrere Kundinnen erwürgte. Er war Mitglied im Fußballverein seines Dorfes sowie im Schützenverein und auch im Kegelclub.
Aus welchen Gründen auch immer David, der verheiratet war und zwei Söhne hatte, schließlich die grausigen Taten verübte, konnte auch der spätere Prozess nicht klären, in dem er zu zweimal lebenslänglich verurteilt wurde.
Wilfling glaubt, dass es sich bei David um einen Raubmörder handelt. Er geht zudem davon aus, dass David mehr als sieben Frauen ermordet hat und hält ihn „von der Zahl her für den größten Serientäter der Nachkriegszeit“.
Mehr als 100 Briefe in fünf Jahren schrieb David aus dem Gefängnis an die Autorin des Films, Danuta Harrich-Zandberg. Darin habe der mittlerweile 70-Jährige dem Dokudrama zugestimmt und betont, dass er zu den Menschen zähle, die „zum Vernichten geboren“ seien, sagte Harrich-Zandberg.
Wilfling zufolge ist es ein Anliegen des Films, auf die „mangelhafte Leichenschau“ in Deutschland aufmerksam zu machen. Rechtsmediziner schätzen, dass jedes zweite Tötungsdelikt hierzulande nicht erkannt wird.
