Berlin - Ein Kandidat, zehn Fragen, jeweils vier Antwortmöglichkeiten, und Joker gibt es auch: Auf den ersten Blick kommt die neue Pro Sieben-Show „Himmel oder Hölle“ als klassische Quizsendung daher. Auch das Studio erinnert stark an Günther Jauchs beliebte RTL-Rateshow. Aber: Hier ist dann doch irgendwie alles anders. Denn wenn der Kandidat die Antwort auf eine Frage nicht weiß, öffnet sich der Studioboden. Und es geht eine Etage tiefer – in die sogenannte Hölle. Zu sehen ist das neue Format an diesem Sonnabend um 20.15 Uhr.
In der „Hölle“ muss der Kandidat nicht mehr raten, sondern leiden. „Die Kandidaten müssen in der Hölle Sachen über sich ergehen lassen und Herausforderungen bestehen, für die sie sich überwinden oder bei denen sie schmerzbefreit sein müssen“, erklärt Moderator Jochen Schropp das Konzept. „Da ist das ein oder andere Spiel dabei, bei dem Mutti möglicherweise weggucken muss.“
Basketballspielen mit Kakteen, frischen Wasabi essen, an Fischabfällen riechen oder sich eine halbseitige Glatze schneiden lassen. Die Kandidaten müssen bei Co-Moderatorin Evelyn Weigert durch die Hölle gehen. Wenn sie die Aufgabe meistern, geht’s wieder ab in den Himmel. Am Ende winken den Kandidaten bis zu 50 000 Euro.
Das Quiz-Prinzip vernachlässigen die Macher dabei bewusst. Denn ein Kandidat kann selbst dann mit dem Höchstgewinn nach Hause gehen, wenn er keine einzige Frage richtig beantwortet. Er muss „nur“ leidensfähig genug sein, also zehn Höllenaufgaben meistern. „Die Show ist eine Mischung aus „Wer wird Millionär?“ und „Jackass“, also eine Quiz-Gameshow der extremen Sorte“, sagt Schropp.
Der smarte Moderator selbst ist beruflich dem Himmel momentan deutlich näher als der Showbiz-Hölle. Nach seinem Abschied von Vox („X Factor“) präsentiert er gleich drei Formate für Pro Sieben und Sat.1: „Jetzt wird’s schräg“, „Himmel oder Hölle“ und demnächst „Promi Big Brother“. Außerdem ist der 35-Jährige bei ZDFneo („Tohuwabohu“) und dem National Geographic Channel („Science of Stupid“) zu sehen.
Die Showoffensive ist zwar Zufall, denn einige Dreharbeiten liegen schon Monate zurück. Sie zeigt aber, dass der bodenständige Mann mit hessischen Wurzeln momentan den Nerv von TV-Machern und Zuschauern zu treffen scheint.
In seiner neuen Rateshow mit Ekelfaktor will Schropp eine persönliche Beziehung zu den Kandidaten aufbauen. Dafür hat sich der Fernsehmann schon einmal in die Rolle seiner Studiogäste versetzt. „Ich habe selbst Spiele ausprobiert. Einige sind gar nicht so schlimm, wie sie aussehen und kosten einfach nur Überwindung. Die sind nicht gefährlich und tun auch nicht sonderlich weh.“ Schropp gibt aber zu: Aufgaben mit Ekelessen wären für ihn die absolute Hölle.
