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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Currywurst: Auf ARTE geht es um die Wurst

11.03.2019

Hamburg /Berlin Es ist fast absurd, wie sehr um die Erfindung einer Kalorienbombe gekämpft wird. Selbst Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe mischt sich in die Debatte um die Herkunft der Currywurst ein. Offiziell feiert sie im September ihren 70. Geburtstag. Dem Jubiläum und dem Streit um die Wurstspezialität mit Soße widmet Arte schon jetzt, am Dienstagabend (12. März, 19.40 Uhr), eine Dokumentation.

In „Re: Die Currywurst wird 70 – Legende ohne Ende“ geht es in 30 Minuten um die drei angeblichen Ursprungsorte der Fleischkreation: Ruhrpott, Berlin, Hamburg. Stellvertretend für jeden Ort haben die Macher ein paar Protagonisten zusammengestellt, allen voran natürlich Currywurstbrater. Die sagen dann Fachsimpelndes wie: „Bräunungsgrad ist stabil, Volumen bleibt gleich.“

Überhaupt scheinen Fans in die Tiefen der Lyrik abzuschweifen, wenn es um die Currywurst geht: Für Belohnung, Heimat und Kindheit stehe sie, sagt einer. Gar museumsreif ist sie aus Sicht der Ruhrgebietler. Als „Verbindungsglied zwischen Proletariat und High Society“ bezeichnet sie die Stimme aus dem Off. Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe nennt sie „nationales Kulturgut“ und meint vielsagend: „Sie definiert im Grunde genommen sowohl das Grundlegende, das Einfachste wie auch das Beste der deutschen Küche.“

Mit diesen Argumenten werben sie für ihre Wahl-Heimatorte der Wurst. Eine englischsprachige Touristin an der beliebten Berliner Imbissbude Curry 36, die auch in internationalen Reiseführern angepriesen wird, erklärt, warum sie die Hauptstadt für das Wurstgericht mit Currysoße hält: „Es ist einfach und billig, ein bisschen wie Berlin.“

Amtlich gesehen hat sie wohl recht: Der 4. September 1949 gilt als Geburtstag der Currywurst, wie es der Film darlegt. Damals kreierte die Berlinerin Herta Heuwer die Currywurst – angeblich weil der Senf aus war – anders als Tomatenmark und Currypulver. Doch sowohl in Hamburg als auch im Ruhrgebiet argumentieren Gegner der Berlin-These mit amerikanischen Soldaten, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Currywurst in Deutschland etabliert haben sollen.

Rund 800 Millionen Currywürste werden jedes Jahr nach Schätzungen in der Bundesrepublik verkauft. Mit Pommes bringt es eine Portion auf rund 1000 Kilokalorien – also so ungefähr das Gegenteil von gesund.

Doch die Zuschauer werden nicht nur in diverse Imbissbuden mitgenommen, in denen es um die Grundsatzfrage „Mit oder ohne Darm“ geht. Beim Ausflug auf ein Currywurst-Festival im rheinland-pfälzischen Neuwied kredenzen Köche mehr als 150 Wurstsorten mit rund 300 verschiedenen Soßen. Darunter sind eine Karibikvariante mit Ananas und Banane, Blutwurstgriller mit Pflaumen-Senf-Chutney und eine Wurst mit Blattgold verziert: „Ribéry-Style“.

Und da die Doku den Streit um den Erfindungsort auch nicht schlichten kann, spricht ein Gastronom wohl die weisesten Worte des Films: „Letztendlich ist es völlig scheißegal: Die, die am besten schmeckt, ist die beste.“

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