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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Geburtstag: Die Melancholie hinter der Bissigkeit

29.03.2019

Hamburg Barfuß lief der sechsjährige Henning Venske vom 8. Mai bis zum 6. August 1945 mit seiner Mutter, Tante und einem Cousin vom österreichischen Wolfgangsee, wohin es die aus Stettin stammende Teilfamilie verschlagen hatte, bis nach Kiel an der Ostsee. Ohne zu wissen, ob die dort gesuchten Großeltern überhaupt noch am Leben waren. Auf dem langen Marsch hörte der Junge die von Verzweiflung gezeichneten Gespräche der Erwachsenen – und sah von Bomben zerstörte Städte. „Es war für mich sehr prägend, zu sehen, was mit einem Land passiert, wenn man es Nazis überträgt“, erinnert sich Venske in seinem gemütlichen Stammcafé in seiner langjährigen Wahlheimat Hamburg.

Obwohl noch ein Kind, geriet die bittere Erfahrung zum Grundstock für ein überaus kritisches politisches Bewusstsein, das Venske zu einem der bekanntesten und streitbarsten Kabarettisten der Republik aufsteigen ließ. So war er Mitglied der Münchner Lach- und Schießgesellschaft und erhielt 2010 - mit seinem Lieblingspartner Jochen Busse – den Ehrenpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis.

Messerscharf positioniert sich der Mann, der am Mittwoch (3. April) seinen 80. Geburtstag feiert, bis heute als „Anarchist“. Mit Vehemenz setzt er sich dagegen ein, dass Menschen Macht über andere Menschen gewinnen. „Es fängt schon in den Schulen an. Kinder sollten nicht abgerichtet werden auf die Interessen der Wirtschaft, sondern auf einen vernünftigen Umgang mit Geisteswissen und sozialem Verhalten“, polemisiert der Lehrersohn und nippt am Kaffee.

Gern würde er sämtliche Armeen und Parteien der Welt abschaffen. Auf grundlegende Verabredungen und Ordnungskräfte könne eine Gesellschaft aber nicht verzichten, erklärt er. Zwar sei er als junger Familienvater kein aktiver „68er“ gewesen, erinnert sich Venske. Doch habe er damals zum Beispiel den Einsatz des Studentenführers Rudi Dutschke gegen den „Muff von tausend Jahren“ in der Bundesrepublik bewundert.

Bei alledem kennen viele den Mann aus den 70er Jahren als Henning an der Seite von Lilo Pulver in der kunterbunten TV-Jugendserie „Sesamstraße“. Von 1971 bis 1974 moderierte Venske außerdem die ARD-Sendung „Musik aus Studio B“. Er schrieb erfolgreich Kinderbücher („Als die Autos rückwärtsfuhren“) und seine Autobiografie („Es war mir ein Vergnügen“). Denn der Künstler – ein Halbbruder der Autorin Regula Venske (63, „Ein allzu leichter Tod“) – ist flexibel und wechselt sein Medium, wenn ihm inhaltlich oder strukturell etwas an einem Arbeitgeber nicht passt.

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