HAMBURG - Zeit abzutreten? Der Titel lässt es vermuten: „The Next Uri Geller – Unglaubliche Phänomene“ nennt der Münchner Privatsender Pro 7 seine neue Show, in der der Magier Uri Geller einen Nachfolger für sich sucht. Doch der 61-Jährige erstickt voreilige Erwartungen, Befürchtungen oder gar Hoffnungen im Keim: „Auch nach der Show werde ich mich nicht in den Ruhestand begeben“, kündigt Geller an, der 1974 in der Bundesrepublik über Nacht berühmt wurde, als er in der ZDF-Show „Drei mal neun“ mit Wim Thoelke kaputte Uhren zum Ticken brachte und Löffel verbog.
Von diesem Dienstag (20.15 Uhr) an will der Israeli Geller, der in Reading bei London wohnt, mit seiner Show, die im Original „The Successor“ heißt, im deutschen Fernsehen an gute alten Zeiten anknüpfen. Neun Teile werden live ausgestrahlt, elf waren ursprünglich geplant. Und nicht nur im deutschen Fernsehen, auch im israelischen Fernsehen (mit beachtlichen Einschaltquoten), im US- amerikanischen und im kanadischen TV (mit geringerer Resonanz) hat Geller bereits junge Talente gesichtet. Auch in der deutschen Version will der Altmeister der Magie in jeder Ausgabe persönlich an der Seite von Moderator Stefan Gödde seinen Nachfolger suchen.
Gellers Methoden sind umstritten. Kritiker halten ihm vor, dass viele Uhren nach dem Schütteln und auf einem großen Tisch unter Scheinwerferlicht in der Studiowärme wieder ihren Betrieb aufnehmen. Auch der Löffelverbiegetrick beruht nach Ansicht einiger Beobachter auf der vorherigen Manipulation des Gegenstands. Ab und zu hat Geller es schon mit harten Gegnern gerichtlich aufgenommen: „Jeder Mensch, der in der Öffentlichkeit steht, wird angegriffen. Ich habe über die Jahre gelernt, dass es nichts Publicitywirksameres gibt als schlechte Publicity.“
In einigen Jahren möchte der große Meister ein „gigantisches weltweit übertragenes“ internationales Finale, am besten in Las Vegas, mit allen nationalen Siegern organisieren, um dann wiederum den Besten auszuwählen.
