HAMBURG -
Die ARD war von Jauch in einem Interview scharf kritisiert worden. Nach den Worten von Voß war der Vertrag nicht unterschriftsreif.
HAMBURG/DPA - SWR-Intendant Peter Voß hat sich gegen Vorwürfe des Moderators Günther Jauch in Richtung ARD verwahrt. Mit einem am Montag vom Südwestrundfunk (SWR) veröffentlichten Offenen Brief reagierte Voß auf ein Interview Jauchs im „Spiegel“, in dem dieser den Senderverbund nach dem Scheitern der Verhandlungen für den Sonntagabend-Talk scharf kritisiert hatte. Voß widersprach auch der Darstellung Jauchs, dass bereits ein unterschriftsreifer Vertrag vorgelegen habe, und bekräftigte die Haltung der ARD, für Jauch keine „Extrawürste“ zu braten.Jauch hatte geäußert, seine direkten Gesprächspartner – NDR-Intendant Jobst Plog, WDR-Chef Fritz Pleitgen und ARD-Programmdirektor Günter Struve – seien „Platzhirsche, die sich zur Not auch allein auf die Lichtung wagen und ihrem Rudel zeigen, wer Herr im Haus ist. Aber das nachgeordnete Niederwild reißt mit dem Hintern ein, was die Chefs mit dem Kopf gerade erst aufgebaut haben.“ Dazu betonte Voß, dass der SWR „als zweitgrößter Sender“ bei allen Gemeinschaftsleistungen der ARD entsprechend seiner Größe mitbezahlen muss. Bei den Summen handele es sich „nicht um Peanuts“, so dass er bei den Vertragskonditionen ein Wort mitzureden habe.
Der Vertragsentwurf sei „eben nicht unterschriftsreif“ gewesen, schrieb Voß. So sei nicht vertraglich sichergestellt gewesen, dass Jauch „als politischer Moderator der ARD auf Werbung verzichten“ würde. Die von Jauch abgelehnte Unterstellung der Sendung unter die Aufsicht der Chefredakteure habe er, Voß, selbst angeregt. Der Beschluss sei einstimmig, „also mit den Stimmen von NDR und WDR“ gefasst worden.
Trotz des großen Interesses der ARD an Jauch müsse dieser verstehen, „dass jemand, der für die ARD profilbildend arbeiten will, sich keine Extrawürste braten lassen kann, sondern gerade die Spielregeln akzeptieren muss, die letztlich unsere publizistische Unabhängigkeit garantieren.“
