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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Kommissar Clüver quittiert den Dienst

12.01.2018

Hamburg /Westerland „Clüver und der leise Tod“ heißt der letzte Fall für Robert Atzorn als Kriminalkommissar auf Sylt – alles andere als leise war das Echo auf die Ankündigung des Schauspielers zum Jahreswechsel: Der 72-Jährige beendet seine Karriere und will sich ganz auf sein Privatleben konzentrieren. Einige Monate zuvor hatte Atzorn zunächst mitgeteilt, seinen Dienst in der ZDF-Krimireihe „Nord Nord Mord“ nach acht Einsätzen zu quittieren. Der Sender setzt die Reihe nun mit Peter Heinrich Brix (62) als Kommissar fort. Doch erst einmal verabschieden sich an diesem Montag (20.15 Uhr) Atzorn und sein Ermittler Theo Clüver in den Ruhestand.

„Er hat sich komplett ins Privatleben zurückgezogen“, sagt eine Sprecherin von Atzorns Agentur. Ein anderes Leben beginnt auch für jenen Hauptkommissar, als der Atzorn seit 2011 zu sehen war. Er habe Hippies beim Kiffen und Ulrike Meinhof beim Randalieren verhaftet sowie das Kokain von Schickimickis beschlagnahmt, sagt Clüver. „Ich habe genug von all dem, es muss was Neues kommen in meinem Leben. Und es kommt auch was Neues“, erklärt der Ermittler, der gemeinsam mit seinen Kollegen Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) auf der Nordseeinsel Verbrecher jagte. „Der Fall, an dem ich jetzt arbeite, ist mein letzter, danach höre ich auf. Endgültig.“

Auf den Ruhestand stimmt „Der leise Tod“ auch sehr ruhig ein. Es geht um den Tod des Besitzers einer Luxusvilla. Dessen Haus steht zum Verkauf, die Immobilienmaklerin Susanna Wagner (Mina Tander) führt gerade eine interessierte Schweizer Familie durch die Räume, als deren Sohn die versteckte Leiche findet. Die Maklerin gerät ebenso wie ihr Ex-Chef (Wilfried Hochholdinger) ins Visier der Ermittler, während Clüvers Kollege Feldmann sich in die Frau verliebt.

Während Feldmann in seiner amüsanten Romanze zur Hochform aufläuft, scheint bei Clüver die Luft ein wenig raus zu sein. Wie gut, dass er Besuch von Töchtern und Enkeln bekommt, die in seine Zukunftspläne einweihen kann. Nach acht Inselkrimis – der letzte und vier weitere unter der Regie von Anno Saul – ist nun Schluss für Clüver.

Jetzt weht ein neuer Wind, wenn mit Peter Heinrich Brix Hauptkommissar Carl Sievers die Stelle übernimmt. Für die damit neunte Episode der Reihe, deren einzelne Folgen bislang oft mehr als sieben Millionen Zuschauer einschalteten, stand der Neue bereits auf Sylt und in Hamburg vor der Kamera.

„Die Figur ist ja wunderbar gezeichnet, das gefällt mir sehr gut“, sagte Brix im Interview. „Ich mag solche Typen mit einer ein Stück weit gebrochenen Biografie. Der ist aus dem Leben – und auch sehr nordisch.“

Sein Sievers habe Vorbehalte gegen Sylt: „Die Hecken sind ihm zu hoch, die Frisuren und die Nasen zum Teil auch.“ Der Schauspieler, im Fernsehen gerade wieder in der NDR-Kultserie „Neues aus Büttenwarder“ zu sehen gewesen, war bis zu den Dreharbeiten elf Jahre lang nicht auf Sylt.

In der Hochsaison sei die Insel auch nichts für ihn, „aber sonst mag ich sie“.

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