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Julia Wolschendorf arbeitet als Casting-Redakteurin bei einer Fernsehproduktionsfirma im Auftrag von Pro 7. Sie hofft auf spannende Geschichten.
Von Manon Garms und Björn Völlmar
Frage:
Seit wann gibt es die Sendung „We are family – So lebt Deutschland“ und welches Konzept steckt dahinter?
Wolschendorf:
Seit 2003 existiert die Sendung. Sie zeigt das Leben unterschiedlicher Familien in Deutschland. Die Dokusoap läuft sehr erfolgreich.
Frage:
Können Sie Beispiele für typische Familien nennen?
Wolschendorf:
Wir haben zum Beispiel einen 19-Jährigen auf dem Weg zum Backgroundtänzer begleitet oder eine Familie, die auswandern wollte.
Frage:
Sind Sie auch an Familien aus dem Nordwesten interessiert?
Wolschendorf:
Sehr sogar. Bisher haben sich aber eher Familien aus Ost- und Westdeutschland gemeldet. Ich selbst komme aus dem Norden und denke, dass auch die Norddeutschen etwas Spannendes zu erzählen haben.
Frage:
Wenn sich eine Familie aus dem Nordwesten bewirbt, sollte sie regionale Besonderheiten mitbringen? Zum Beispiel Platt sprechen?
Wolschendorf:
Wichtig ist, dass sich die Zuschauer mit den Personen im Fernsehen identifizieren können. Bewerben kann sich jeder. Aber wenn sich die Familien auf Plattdeutsch unterhalten, besteht die Gefahr, dass einige Zuschauer abschalten, weil sie die Sprache nicht verstehen. Hochdeutsch ist also die einzige Voraussetzung.
Frage:
Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?
Wolschendorf:
Am besten ist es, wenn mich Interessierte anrufen und mir ihre Geschichte erzählen. Wenn ihr Leben spannend ist, mache ich einen Casting-Termin mit ihnen aus. Ich besuche die Bewerber dann zu Hause und schaue mir ihr Umfeld an. Sollte alles mit dem Konzept der Sendung übereinstimmen, dann wird gedreht.