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Tatort-Krimis: Kein Nachschlag für Vorspann

11.02.2011

MüNCHEN Es geschieht immer sonntags um viertel nach acht: Millionen Menschen machen es sich vorm Fernseher bequem und verfolgen das immer gleiche Szenario: zwei Augen in Nahaufnahme, das rechte im Fadenkreuz. Ein Mann, der abwehrend die Arme hebt, die Beine eines davonrennenden Menschen auf nassem Asphalt und ein Fingerabdruck, dessen Linie den Flüchtenden einkreist – es ist „Tatort“-Zeit. Untrennbar mit der ARD-Krimiserie verbunden ist ihr Vorspann. Der ist Kult, wie „Tatort“-Koordinator Gebhard Henke einmal sagte. „Da darf man nicht dran rütteln.“ Und tatsächlich ist der Trailer seit 1970 größtenteils gleichgeblieben.

2500 Mark

Dennoch sorgte der Vorspann in den vergangenen Monaten für Aufregung. Die Grafikerin Kristina Böttrich-Merdjanowa (75) aus München sagt, sie sei die alleinige Schöpferin und will als solche genannt werden. Außerdem wollte sie nachträglich mehr Geld für das Stück bekommen. 2500 Mark habe sie 1969 erhalten. Ihrer Meinung nach zu wenig für einen Vorspann, der prägend geworden ist. Daher klagte sie gegen den Bayerischen Rundfunk (BR) und den Westdeutschen Rundfunk (WDR) vor dem Landgericht München.

In der ersten Instanz bekam sie 2010 noch weitgehend Recht (AZ 21 O 11590/09). Gegen das Urteil gingen BR und WDR jedoch in Berufung – der Fall wurde vor dem Oberlandesgericht (OLG) München neu verhandelt. Nun sieht es schlecht aus für Böttrich-Merdjanowa: Nach dem Urteil des OLG, das am Donnerstag veröffentlicht wurde, stehen ihr weder Namensnennung noch Nachvergütung zu (AZ 29 U 2749/10).

Handlung wichtiger

Der Vorspann sei für den Erfolg der Serie von untergeordneter Rolle, erklärte der Vorsitzende Richter Rainer Zwirlein. „Das Publikum schaut sich diesen Film an, weil es an der Handlung interessiert ist: Da ist ein Mord passiert, wie klären die Kommissare das auf?“ Zweifelsohne sähen die Zuschauer die Serie nicht wegen des Vorspanns, urteilte das Gericht.

Auch Böttrich-Merdjanowas Name müsse im Trailer nicht erscheinen. Zwirlein: „Es ist nicht üblich, den Schöpfer des Vorspanns zu nennen.“ Recht bekam Böttrich-Merdjanowa immerhin in einem kleinen Punkt: Die Sendeanstalten dürfen nicht länger behaupten, der Vorspann sei von einem BR-Mitarbeiter geschaffen worden.

„Ich freue mich, dass das Gericht unsere Praxis beim beliebten ,Tatort’-Vorspann bestätigt hat“, erklärte „Tatort“-Koordinator Gebhard Henke.

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