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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Mord in adretter Wohnsiedlung

28.02.2019

Kiel In den meisten Krimis erfährt der Zuschauer erst zum Schluss, wer der Mörder ist. In „Borowski und das Glück der Anderen“ ist das anders. Mit sieben Schüssen wird ein gut aussehender Mann in Designerklamotten in seiner Villa erschossen. Die Kamera zeigt, wie Peggy schießt. Sie ist die Nachbarin, wohnt gegenüber, Kassiererin von Beruf – und aus Neid in die Villa eingebrochen, auf der Suche nach dem Jackpot-Los, das 14,2 Millionen Euro Gewinn bedeutet.

„Die Spannung entsteht nicht durch die Suche nach dem Mörder, sondern sie liegt in der Betrachtung des Umfelds und der menschlichen Schicksale“, sagt Regisseur Andreas Kleinert zum „Tatort“, der an diesem Sonntag (20.15 Uhr) im Ersten zu sehen ist.

Der Krimi zeigt zum Anfang einen Blick von oben auf die adrette Wohnsiedlung, um sich dann dem Schicksal der Menschen zu nähern. In ihrem Zuhause dreht Kassiererin Peggy (Katrin Wichmann) durch. Mit einem Benzin-Rasenmäher fährt die Berserkerin durch ihr Wohnzimmer und zerstört es – wie zuvor ihr kleines Glück.

In Rückblenden wird die Unzufriedenheit von Peggy entfaltet. Ihr Mann Micha, ein in sich ruhender Elektriker (Aljoscha Stadelmann), der gern zur Bierdose greift, fern sieht und zufrieden ist mit seinem Leben, ist ihr nicht mehr genug.

Zuvor hatte Peggy durchs Fenster gesehen, wie die Nachbarn gegenüber während der Ziehung der Lottozahlen jubeln. Die haben den Jackpot gewonnen, ist sich Peggy sicher. Ihr Frust steigt, als die elegant-kühle Frau (Sarah Hostettler) des Nachbarn Edelpralinen und Champagner kauft – und auf Treuepunkte als Bonus verzichten kann. Peggy fühlt sich nicht wahrgenommen. Gedemütigt fühlt sie sich auch von deren Mann (Volkram Zschiesche).

Im Gegensatz zum Zuschauer kennen Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) und seine junge Kollegin Mila Sahin (Almila Bagriacik) nicht die Hintergründe des Verbrechens. Milberg mimt Borowski wie eh und je mit lakonischem Humor, großer Ermittlererfahrung und zaudernd. Bagriacik übernimmt den Gegenpart – impulsiv, voreilig und zupackend. Das Ermittlerduo spielt sich in seiner zweiten „Tatort“-Episode immer besser aufeinander ein.

Skurrile, überzeichnete Szenen mit schwarzem Humor prägen diesen „Tatort“ in der für Regisseur Kleinert, der schon viermal den Adolf-Grimme-Preis erhielt, typischen Filmsprache. Feinsinn fehlt auch nicht, etwa wenn Borowski auf die Frage, ob er glücklich sei, doppeldeutig antwortet: „Zum Glück fehlt mir die Frau.“

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