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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Marionetten: Kleine Holzkugeln erobern die Welt

01.08.2011

AUGSBURG Ein Paket kommt auf der kleinen Insel Lummerland an. Darin finden die Bewohner einen schwarzen Jungen mit Locken und einem roten Wollpullover: Jim Knopf. Seine Abenteuer mit Lukas dem Lokomotivführer wurden vor allem durch die Verfilmung in der Augsburger Puppenkiste berühmt. Nun feiert das Puppentheater den 50. Geburtstag der kleinen Holz-Marionette.

Puppenkisten-Leiter Klaus Marschall hat die Geschichte des mutigen Jungen sozusagen hautnah miterlebt. „Wir sind der gleiche Jahrgang“, erzählt der 50-Jährige. Seine Mutter Hannelore, Tochter des Puppenkisten-Gründers Walter Oehmichen, schnitzte die Figuren für das Theater. „Jim Knopf ist entstanden, als sie mit mir schwanger war“, erzählt Marschall.

Allerdings machte Hannelore Marschall den kleinen schwarzen Jungen nicht wie andere Marionetten aus weichem Lindenholz, sondern verwendete vorgedrechselte Holzkugeln. „Nur den Mund und die Augen hat sie geschnitzt“, sagt ihr Sohn heute. Ohren und Nase von Jim Knopf wurden angesetzt. Auf diese Weise habe sie den Illustrationen in der Buchvorlage von Michael Ende (1929– 1995) möglichst nahe kommen wollen, erklärt er.

Auch an die Dreharbeiten des Hessischen Rundfunks (HR) in der Augsburger Puppenkiste erinnert sich Marschall noch gut – sie verwandelten das Foyer in den Sommermonaten in einen Filmset. Bei den ersten Jim-Knopf-Folgen 1961/62 war er noch zu klein, um mithelfen zu können. 15 Jahre später bewegte er bei weiteren vier Folgen unter anderem das Plastikfolien-Wasser. „Das war hoch kompliziert. Es saßen an jeder Ecke drei Mitarbeiter“, erzählt der Puppenkistenleiter. Über die Kulisse waren ein blaues Tuch und die Folie gespannt, zwischen den Bahnen die Marionetten aufgehängt. „Wir hatten bis zu drei Bahnen hintereinander, das war Millimeterarbeit.“

Nach den monatelangen Aufnahmearbeiten im Foyer der Augsburger Puppenkiste feierte die erste 30-minütige Folge von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ am 15. Oktober 1961 TV-Premiere. „Damals hatte Fernsehen noch Eventcharakter“, sagt Marschall. Kinder scharten sich um die Fernsehgeräte und guckten sich die Abenteuer von Jim und Lukas in Schwarz-Weiß an. Erst beim zweiten Durchlauf in den 70er Jahren erschienen die kleine Insel mit zwei Bergen, König Alfons dem Viertelvorzwölften und Frau Waas in Farbe.

Die Zeiten, als Puppenkisten-Macher und HR in Eintracht Filme produzierten, sind vorbei. Zuletzt entbrannte ein Rechtsstreit um die DVD-Lizenzen für die Geschichten. Die Augsburger klagten und forderten 60 000 Euro Lizenzgebühren. Doch die Klage wurde abgewiesen.

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