• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Literaturfilm: Kleines Geld und große Visionen

18.06.2014

Berlin Tief in der bayerischen Provinz traut sich der junge Regisseur Lehmann (Robert Gwisdek) was: Er will eine opulente Version des Historiendramas „Kohlhaas“ drehen, frei nach der Novelle von Heinrich von Kleist (1810). Aber ach: Gleich am ersten Drehtag platzt die Finanzierung. Statt eines mächtigen Epos mit aufwendigen Kostümen und grandiosen Kulissen kämpfen nun erwachsene Männer mit selbst gehäkelten Kettenhemden in einer zerfallenen Burgruine und bekriegen sich gegenseitig mit imaginären Schwertern und Pistolen. Darum geht es in „Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel“ an diesem Donnerstag (22.45 Uhr, ARD).

Kleists Erzählung spielt in der Mitte des 16. Jahrhunderts und handelt vom Pferdehändler Michael Kohlhaas, der gegen ein ihm angetanes Unrecht zur Selbstjustiz greift und dabei nach der Devise handelt: „Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe auch die Welt daran zugrunde!“. Kohlhaas ist also ein scheinbar gestriger Mann, der wunderbarerweise noch für seine Ideale geradesteht, die da lauten: Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit. Dummerweise verliert er bei seinem Rachefeldzug seine Frau Lisbeth, brennt ganze Dörfer nieder und landet schließlich auf dem Schafott.

Auch der Filmemacher Lehmann glaubt an seine Ideale. So sollen nun allein die Wahrhaftigkeit des Spiels seiner Darsteller und die Fantasie der Zuschauer genügen, um dem heutigen Werk die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen. Wie seine Hauptfigur ist Lehmann bereit, dabei bis zum Äußersten zu gehen, um seine Vision zu verwirklichen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Doch leider kommen ihm nach dem Produzenten allerhand Schauspieler abhanden: Zwar bleibt seine Lisbeth (Rosalie Thomass), doch schließlich läuft ihm gar sein Kohlhaas (Jan Messutat) davon, so dass der Regisseur selbst die Hauptrolle übernehmen muss.

So manche Filmszene ist wahrlich grotesk, auch und gerade weil Originalzitate verwendet werden. Da ruft Kohlhaas, sichtlich irritiert auf ein Schaf blickend: „Das ist nicht mein Pferd!“ Regisseur Aron Lehmann hat in sein Spielfilmdebüt sicher eigene Erfahrungen über die Schwierigkeit des Filmemachers eingebracht.

„Große Visionen, kleine Budgets“ – so fasst die zuständige Redakteurin Cornelia Ackers die Reihe „Filmdebüt im Ersten“ zusammen. „Die jungen Regisseure möchten nicht in irgendwelche Schubladen gesteckt werden, und sie brauchen einen guten Abschlussfilm. Auch insofern ist diese Reihe ein klares Bekenntnis der ARD zur Nachwuchsförderung“, sagt sie. Mit Erfolg: „Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel“ bekam beim Max-Ophüls-Filmfestival 2013 den Publikumspreis Langfilm.

„Was hier geschehen ist, berichten wir zwar. Die Freiheit aber, daran zu zweifeln, müssen wir demjenigen, dem es wohl gefällt, zugestehen“. Dieses Kleist-Zitat hat Aron Lehmann (33) seinem Film vorangestellt, und es besteht kein Zweifel, dass von ihm noch viel zu sehen sein wird.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.