KöLN - Bednarz stammt aus Brandenburg. Seit 2001 ist er Chefreporter des WDR. Am 6. Juni wird er 65.
Von Jürgen Hein
Im Büro von Klaus Bednarz hängt ein Foto, das zeigt, wie Heinrich Böll dem Politik-Magazin „Monitor“ eine Kerze schenkt.
Die Kerze sei der Heiligen Anna geweiht, erzählt Bednarz, Böll habe sie mit den Worten überreicht: „Die haben wir als Kinder angezündet, wenn ein Gewitter heraufzog und die Gefahr bestand, dass der Blitz einschlägt. Vielleicht hilft sie euch.“
Gewitter zogen über dem WDR-Mann Bednarz häufig auf in seinen 18 „Monitor“- Jahren. „Trotzdem hat der Blitz nie so eingeschlagen, dass wir vom Seil gestürzt sind“, sagt Bednarz, der am 6. Juni 65 Jahre alt wird.
Als „Monitor“-Moderator und „Tagesthemen“-Kommentator ist Bednarz zum Inbegriff des Mahners im deutschen Fernsehen geworden. Wo auch immer es eine Wunde gab in Politik oder Wirtschaft, Gesellschaft oder Kirche – er legte den Finger hinein. „Über unserer Redaktionsarbeit hing unausgesprochen das Motto ,Den Mächtigen unbequem sein‘“, sagt Bednarz. „Monitor“, das er von 1983 bis 2001 leitete, wurde zum Thema im Bundestag und zur Zielscheibe vieler Klagen vor Gericht.
Einmal gab Bednarz der Hoffnung Ausdruck, dass möglichst viele Soldaten desertieren mögen, falls es in Europa jemals wieder Krieg gäbe. Ein strafbarer Aufruf zur Fahnenflucht sei dies nicht, befand die Justiz.
Ein anderes Mal beschuldigte er in einem Kommentar nach dem Brandanschlag von Solingen einige Politiker und Medien, die Ausländerfeindlichkeit angeheizt zu haben. „Ich habe zu Hause ganze Ordner mit Protestbriefen nach Kommentaren. Das war schon heftig.“
Bednarz wurde 1942 im brandenburgischen Falkensee geboren und kam mit 13 in den Westen. In Hamburg, Wien und Moskau studierte er Theaterwissenschaft, Slawistik und Osteuropäische Geschichte.
