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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Gesellschaft: Stars setzen Zeichen gegen Ausgrenzung

06.06.2020

Köln Normalerweise steht Carolin Kebekus für Comedy, doch am Donnerstagabend nutzte sie einen Teil ihrer ARD-Show für einen „Brennpunkt“ zum Thema Rassismus. „Mein Anliegen mit dem Themenstück in der gestrigen Sendung ist und war, dass auch hier bei uns über Rassismus diskutiert wird, denn Rassismus ist nicht nur ein amerikanisches Problem“, teilte Kebekus dazu mit. „Rassismus tötet, auch in Deutschland. Und damit müssen wir uns alle auseinandersetzen – auch wenn’s wehtut.“

Für dieses Thema gab die 40 Jahre alte Satirikerin die Moderation an Shary Reeves („Wissen macht Ah!“) ab. Diese führte durch einen „Brennpunkt“ im „ersten deutschen weißen Fernsehen“. „Menschen mit heller Haut können nicht nachempfinden, was Menschen mit dunkler Haut fast täglich an Benachteiligungen widerfährt“, erklärte die gebürtige Kölnerin mit afrikanischen Wurzeln. Sie selbst vergleiche das mit einer Schwangerschaft. „Ich hab’ keine Ahnung, was es bedeutet, schwanger zu sein. Warum? Ganz einfach: Ich war’s nämlich noch nie. Deswegen können Sie Rassismus auch nicht nachvollziehen.“

Danach schilderten dunkelhäutige Deutsche wie der Sänger Marius Jung, die grüne Politikerin Aminata Touré und der ehemalige BVB-Spieler Patrick Owomoyela rassistische Alltagserfahrungen. Die Autorin Jasmina Kuhnke erzählte, sie habe einmal im Krankenhaus um ihr Leben gekämpft: „Die diensthabende Schwester weigerte sich, mir zu helfen. Sie weigerte sich mit den Worten, dass sie schwarze Menschen nicht so gern anfasst.“

Schauspielerin Thelma Buabeng berichtete, wie sie wegen Schmerzen eine anthroposophischen Frauenärztin aufgesucht habe. Die erklärte ihr: „Frau Buabeng, Sie müssen gar nicht weiterreden. Das ist ganz typisch bei afrikanischen Frauen. Sie tragen den Schmerz der afrikanischen Frau in Ihrem Becken. Sklaverei, Kolonialismus, Vergewaltigung.“ Sie solle einfach Trommelmusik anmachen und den Schmerz rausschütteln. Die Schilderungen dauerten 8 Minuten und 46 Sekunden – so lange wie der Polizist in Minneapolis auf George Floyd gekniet hatte.

Schauspielerin und Sängerin Denise M’Baye hofft derweil auf viele Teilnehmer bei den Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt in Deutschland. „Ich wünsche mir sehr, dass auch viele Menschen, die nicht von Rassismus betroffen sind, ihre Solidarität zeigen“, sagte die 46-Jährige. „Mit Maske und Abstand.“ Wer Angst vor einer Coronavirus-Infektion habe, sollte zu Hause bleiben. Man könne seine Solidarität auch im Alltag zeigen. „Dass schwarze Menschen noch immer gezwungen sind, für ihre Rechte zu kämpfen, ist bedrückend“, findet die Künstlerin.

M’Baye wurde in Dannenberg an der Elbe geboren und wohnt mit ihrer Familie in Hannover. Sie hat senegalesische und indonesische Wurzeln, dem TV-Publikum ist sie vor allem als Nonne Lela aus der ARD-Serie „Um Himmels Willen“ bekannt. „Obwohl ich in Deutschland geboren bin und dieses Land meine einzige Heimat ist, kann ich mich auch hier nicht frei bewegen“, sagte sie. Es gebe Orte, an denen es zu gefährlich für „People of Colour“ sei.

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