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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Show: Wer macht sich am besten zum Affen?

17.09.2020

Köln Isolation ist ein großes Thema in Corona-Zeiten. Insofern ist die ProSieben-Show „FameMaker“ eigentlich die Idee der Stunde: Die Kandidaten treten unter einer gigantischen Glaskuppel auf, die sich auf sie herabsenkt. Ein Mensch im Goldfischglas – ein fast ikonisches Bild in Pandemie-Zeiten.

In „FameMaker“ aber geht es nicht um Viren, sondern – wie so oft, wenn Stefan Raab (53) seine Finger im Spiel hat – um Musik und Wettbewerb. Denn die Show, die an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) startet, stammt aus dem Kopf des „Raabinators“, wie ProSieben immer wieder offensiv betont.

Jury der Comedians

Die Idee: Unter der Glaskuppel sind die Kandidaten zwar zu sehen, aber nicht zu hören. Dann singen sie ein Lied – und eine Jury muss nur anhand des optischen Eindrucks entscheiden, ob es eine Runde weiter geht oder nicht.

Das Prinzip der erfolgreichen Castingshow „The Voice of Germany“, bei der zunächst nur die Stimme zählt, wird sozusagen komplett umgekehrt. Das Konzept hat seinen Reiz, weil es mit Vorurteilen spielt, die jeder in sich trägt.

Bei der Jury, die aus den Comedians Carolin Kebekus, Luke Mockridge und Teddy Teclebrhan besteht, ist das nicht anders. Hebt sich dann die Kuppel, entpuppt sich der vermeintliche Parade-Sänger als fürchterlicher Krächzer, der nur so vor sich hin knödelt. Oder der zunächst belächelte Barde wird tatsächlich zum epochalen Sänger mit Joe-Cocker-Timbre. Das Show-Geschäft, dem immer Oberflächlichkeit unterstellt wird, zelebriert genau diese.

Ins Ohr geflüstert

Nicht weniger Reiz zieht die Show aus dem Namen Raab. Der 53-Jährige, der sich vor Jahren als Moderator vom Bildschirm zurückgezogen hat, wird bis heute bei vielen Zuschauern geradezu vergöttert. Bei jeder neuen Show, die er ins TV bringt, wird daher spekuliert: Beehrt uns „König Lustig“ zumindest kurz mit seiner Anwesenheit?

ProSieben-Chef Daniel Rosemann tritt da erst mal auf die Bremse. „Ich glaube, ich kann vorwegnehmen: Er wird nicht unter der Kuppel auftreten. In keiner der Sendungen.“ Aber: Raab sei bei den Dreharbeiten dabei gewesen. Luke Mockridge berichtet dazu belustigt, wie Raab ihm bei den Aufzeichnungen aus dem Hintergrund über einen Knopf im Ohr im Minutentakt „irgendwelche schlechten Gags“ zugeflüstert habe.

Das Finale soll am 1. Oktober als Live-Show ausgestrahlt werden. ProSieben spendiert der Show eine schnelle Taktung als sogenannte Sonderprogrammierung. Moderiert wird sie von ESC-Gewinner Tom Neuwirth (31), den man lange Zeit nur als Drag- Queen mit dem Künstlernamen Conchita Wurst kannte.

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