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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Wiedersehen 25 Jahre nach dem Abi

05.03.2019

Köln Gesa (Annette Frier) und ihr Mann Thorsten (Oliver Wnuk) sind aufgeregt. Die beiden haben ein Treffen ihrer Abiturklasse organisiert, nach 25 Jahren sehen sich die einstigen Mitschüler meist das erste Mal wieder. Nicht alle sind gekommen, nicht alle wurden eingeladen. Völlig überraschend steht zum Beispiel Sven (Fabian Hinrichs) im Saal, der Stinkstiefel, der damals alle mobbte und heute sein Geld als Anwalt in Los Angeles macht.

Die ersten Fragen gelten oft dem Familienstand und Kindern. Oberflächliche Gespräche beginnen, doch bald wächst die Neugier, alte Geheimnisse – etwa einen Seitensprung während der Abifeier – aufzuklären. Der Ensemblefilm „Klassentreffen“ von Jan Georg Schütte illustriert die Gespräche des Abends. Das Erste strahlt ihn am 6. März um 20.15 Uhr aus.

Haben die anderen ihre Träume – beruflich wie privat – verwirklichen können, wie stehen sie heute da im Leben? So eine unausgesprochene Bilanz beim Wiedersehen mit einstigen Freunden und Mitschülern ist im Fernsehen nicht neu. Meist werden Klassentreffen fiktional zum komödiantischen oder zynischen Schlagabtausch, bei dem Erinnerungen beschworen oder alte Rechnungen beglichen werden und es dem einstigen Störenfried heimgezahlt wird.

Der Ansatz und die realistische Herangehensweise von Schütte sticht aus der Fülle der Produktionen heraus: Er hat – wie schon bei „Wellness für Paare“ – nur die 17 Charaktere festgelegt, ihnen aber keinen vorgegebenen Text gegeben. Gedreht wurde die TV-Improvisation in einem Rutsch, mit 24 Kameras in fünf Räumen gleichzeitig und in Echtzeit.

Das Wiederherantasten, das Abscannen der früheren Mitschüler und die mal überschwänglichen, mal zaghaften Begrüßungen werden viele Zuschauer von eigenen Jahrgangstreffen kennen. Bei „Klassentreffen“ werden Geständnisse um unerfüllte Liebe und Minderwertigkeitskomplexe gemacht. Sven entschuldigt sich bei seinen einstigen Mitschülern, und tritt gleich wieder ins Fettnäpfchen, als er sein früheres Fehlverhalten mit einer mitgebrachten protzigen Torte wiedergutmachen will. Natürlich kann man auf ihr ein blitzendes Feuerwerk zünden.

Wie die meisten der einstigen Abiturienten hat auch er sich kaum verändert. Alte Minderwertigkeitskomplexe sind geblieben wie der von Ali Nasser (Kida Khodr Ramadan), dem einzigen türkischstämmigen Mitschüler. Andere haben sich in ihren Lebenslügen eingerichtet, haben zum Beispiel Familie, obwohl sie schon damals ahnten, dass sie schwul sind. Oder sie können nicht mit der Vergangenheit abschließen – sei es eine verhauene Prüfung oder eine unerfüllte Liebe. Und sollte Thorsten wirklich seit Jahrzehnten mit einer einstigen Mitschülerin eine Affäre samt Kindern haben, von der seine Frau nichts ahnt?

Die Besetzungsliste des Ensemblefilms liest sich wie ein Who is Who des deutschen Schauspiels. Charly Hübner, Anja Kling, Jeanette Hain, Nina Kunzendorf, Elena Uhlig, Anna Schudt und Christian Kahrmann standen vor der Kamera. Ein wenig mehr Pepp hätte den Dialogen gutgetan.

Das 130 Stunden umfassende Filmmaterial wurde auf 90 Minuten Spielfilmlänge zusammengeschnitten. Aus dem restlichen Material entstanden sechs halbstündige „Klassentreffen“-Episoden, die One ab dem 8. März um 21 Uhr ausstrahlt.

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