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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Kommissarin als Heimchen am Herd

27.02.2017

Berlin Die ersten Zuschauer klatschen schon, da hat Maria Furtwängler noch kein Wort gesagt. Rotes Kleidchen, rote Pumps, weiße Schürze – so tänzelt sie als Rebecca durch ihre Küche. Hier stellt sich die Hausfrau einer bevorstehenden Sintflut entgegen, indem sie mit Engelsgeduld eine Flunder zubereitet und Martinis ausschenkt.

Nicht nur die Protagonistin, auch das Publikum ist am Samstagabend im Theater am Kurfürstendamm hochrangig besetzt: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist gekommen. Händeschütteln mit Furtwänglers Ehemann, dem Verleger Hubert Burda (77). Im Blitzlichtgewitter stehen etliche Schauspielerkollegen Furtwänglers.

Für die 50-Jährige ist der Auftritt in „Alles muss glänzen“ von US-Autor Noah Haidle nach jahrelanger TV-Erfahrung die erste Hauptrolle im Theater. Ihr Bühnendebüt hatte sie 2013 am selben Ort gegeben, ebenfalls in einer Komödie. Hausfrau Rebecca bringt ihr nun erneut Abstand von der TV-Paraderolle, der abgeklärten Hannoveraner „Tatort“-Kommissarin Charlotte Lindholm.

An der Oberfläche dreht sich alles um die aus den Fugen geratende Existenz Rebeccas. Vor dem Fenster unaufhörlicher Regen, während sich in der Küche Szene für Szene neue Dramen um einen kleinen Kreis von Nebendarstellern entfalten. Auf weiteren Ebenen, die im Bühnen-Klamauk manchmal unterzugehen drohen, geht es um die Illusion vom trauten Heim, um Pflichtgefühl und die Fähigkeit, selbst existenzielle Bedrohungen auszublenden.

Für Haidles surreale Einfälle ist am Ku’damm zu Anfang und am Ende Platz: Da fliegen die Fische. Sonst setzt Regisseur Ilan Ronen wenig auf große Effekte. Nur einmal bricht Rebecca aus und wendet sich als Fürsprecherin aller Hausfrauen direkt ans Publikum. Zum wohlwollenden Schlussapplaus wirkt die Schauspielerin etwas abgekämpft. Das anfangs makellose Äußere hat gelitten: Über Furtwänglers Wangen ziehen sich dicke schwarze Schlieren.

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