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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

PARODIE TV-C: Lahmer Kaiser und abgestandene Kalauer

22.10.2007

BERLIN Michael „Bully“ Herbig hat seine Filmtrilogie der parodierten Kindheitsfilmerlebnisse vollendet. Mit „Der Schuh des Manitu“ (2001) hatte er bereits die Karl-May-Verfilmungen und mit „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ (2004) die TV-Science-Fictionserie „Raumschiff Enterprise“ durch den Kakao gezogen. Und weil diese beiden Produktionen mit zusammen mehr als 20 Millionen Zuschauern so erfolgreich waren, mussten nun auch noch die „Sissi“-Filme mit Romy Schneider aus den 60er Jahren dran glauben.

In seiner TV-Comedyshow „Bullyparade“ waren die Sketche mit Christian Tramitz als Kaiser Franzl und Herbig als Sissi ein fester Bestandteil. Das galt es nun, auf Spielfilmlänge auszudehnen. „Ich dachte nur, mit fast 40 kann ich mich nicht mehr in dieses enge Sissi-Kostüm zwängen und diese Perücke aufsetzen, die sich wie ein Klotz Beton auf dem Kopf anfühlt“, erklärte Autor, Produzent und Regisseur Herbig, warum er sich für das Genre des Animationsfilms entschied.

Mit vergleichbaren Produktionen wie etwa der Pixar Animation Studios („Ratatouille“) kann der Film allerdings in der Ausführung nicht konkurrieren. Der Hofstaat um Kaiser Franzl (gesprochen von Christian Tramitz) und seine Ehefrau Lissi (Michael „Bully“ Herbig) wirkt holzschnittartig und erinnert an die sich etwas behäbig bewegenden Figuren eines Computerspiels.

Dass dies den Spaß nicht beeinträchtigen muss, konnte man an der Kinoversion der TV-Animationsserie „Southpark“ sehen. Weitaus problematischer aber für den Kassenerfolg von „Lissi und der wilde Kaiser“ dürfte sein, dass die Geschichte nur leidlich komisch und spannend ist. Lissi wird von einem rüpelhaften Yeti mit Mundgeruch (Waldemar Kobus) entführt. Gemeinsam mit der liebestollen Kaiserin Mutter (Lotte Ledl) und dem treusorgenden Feldmarschall (Rick Kavanian) macht sich Franzl auf, seine Lissi zu retten.

„Simpsons – Der Film“ hatte jüngst gezeigt, dass sich ein animiertes TV-Format auf die Leinwand übertragen und auf Spielfilmlänge ausweiten lässt, wenn die Gag-Dichte groß genug ist. Doch bei Lissi tropfen die Witze eher dahin, und der Kaiser entpuppt sich schnell als wenig wilde, sondern eher recht lahme Gestalt. Schlimmer noch: Die meisten Späße sind abgestandene Kalauer und Zotigkeiten, bei denen allenfalls Kinder zum Kichern gebracht werden dürften. Selbst das Comedy-Duo Badesalz, das als Gebirgsteufel und dessen Schatten einen stimmlichen Gastauftritt hat, erscheint spaßgebremster, als es in seinen eigenen Comedysketchen ist.

Mit seiner nun abgeschlossenen Trilogie will Herbig nun Schluss mit lustig machen. Sein nächster Film, so kündigte er an, solle etwas „ganz Ernstes“ werden.

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