Ludwigshafen - Professor Bordauer hat einen gefährlichen Traum. Der Hirnforscher will Pädophile „umpolen“, Alzheimer heilen und Lahme wieder gehen lassen – mithilfe künstlicher Intelligenz und Hightech im Kopf. Was darf Medizin? Diese Frage ist hochaktuell. „Maleficius“ heißt der „Tatort“, der an diesem Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird. Darin geraten die dienstälteste „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihr Team bei den Ermittlungen in eine unschöne neue Welt.
Sebastian Bezzel spielt den Hirnforscher als lässiges Genie im T-Shirt. Doch Bordauer ist vielleicht weich im Ton, aber knallhart in der Sache. Menschlich ist an diesem Professor nur die Hülle. Es reicht nicht einmal zu einem Vornamen.
Die Schauspieler sind es, die der gelegentlich vorhersehbaren Story mehr Eleganz geben. Folkerts agiert mit cooler Sonnenbrille gewohnt routiniert. An ihrer Seite emanzipiert sich Mitarbeiterin Johanna Stern (Lisa Bitter) nach dem Abgang des kauzigen Ermittlers Mario Kopper (Andreas Hoppe).
Heinz Hoenig als Krankenhauspfarrer und Dominique Chiout als Mitarbeiterin von Bordauer treiben die Handlung im richtigen Moment voran. Eine wunderbare Besetzung ist Gregor Bloéb als ironische Parodie einer Halbweltgröße.
