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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Applaus, Applaus für Kermit und Co.

28.11.2017

Mainz Der Sonntagnachmittag konnte lang werden Ende der 70er Jahre, bis es endlich losging und der Vorhang sich öffnete. „Schweine im Weltall“; der Ballsaal; der dänische Koch („Smörebröd, smörebröd römpömpömpöm“); „In der Tierklinik“; „Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn Sie Dr. Bob sagen hören wollen...“. Und natürlich die unverzichtbaren Mecker-Opas Statler und Waldorf.

Das Rezept der Muppet Show – kurze Sketche eingeführter Formate in schnellem Wechsel – wurde wegweisend auch für das deutsche Fernsehen. Am 3. Dezember 1977, vor 40 Jahren, strahlte das ZDF die erste Folge der Muppet Show aus.

Verrücktes Universum

Das Format kommt ganz amerikanisch daher. Dabei war der US-Muppets-Schöpfer Jim Henson (1936–1990) mit Sack und Pack nach Großbritannien gezogen, um die Serie dort zu produzieren; und in England erfolgte auch im September 1976 die Welturaufführung. In den USA sahen die TV-Produzenten in der Puppen-Show zunächst lediglich ein Kinderprogramm – nicht zuletzt aufgrund von Hensons US-Riesenerfolg „Sesamstraße“ von 1969.

Dort war auch Kermit der Frosch ursprünglich beheimatet – der allgegenwärtige Tausendsassa der Muppet Show: Frontmann und Muppet-Moderator, Promi-Gastgeber, Angebeteter von Schweine-Diva Miss Piggy, ungeduldiger Lenker des Chaos hinter den Kulissen und gleichzeitig regelmäßiger Performer mit Liedern und Sketchen.

Kermit ist auch die bei Weitem älteste Figur aus dem verrückten Muppet-Universum. Gefertigt wurde die erste Kermit-Puppe bereits 1955 – aus einem Übergangsmantel von Jim Hensons Mutter. 1963 folgte Rowlf, der klavierspielende Hund. Er hatte seinen ersten Auftritt in einem Werbespot für Tierfutter.

In dem britischen Schauspieler und Puppenspieler Frank Oz fand der Muppet-Schöpfer ein Alter Ego. Oz, mit dem Henson schon in der „Sesamstraße“ erfolgreich zusammengearbeitet hatte – er spielte dort den Bert von Ernie und Bert – gelang es immer mehr, die Persönlichkeit der einzelnen Puppen herauszuarbeiten.

In der Muppet Show spielte Oz das nicht geringe Spek­trum von Miss Piggy, Fozzie Bär, Sam den Adler und das Tier („Animal“). Henson bezeichnete Oz einmal als den „größten Puppenspieler der Welt“. Auch jenseits der Muppets machte Oz noch einmal Filmgeschichte: Der Brite spielte in der „Star Wars“-Saga den Jedi-Meister Yoda – und verlieh ihm auch dessen sehr eigentümlichen Satzbau („Viel lernen du noch musst!“).

Nationales Erbe

Zum Erbe der Muppets gehören nicht nur 120 TV-Folgen in fünf Staffeln, sondern auch acht Kinofilme (1979– 2014) und sieben TV-Filme (1987–2008). Am bekanntesten sind „Muppet Movie“ von 1979 und die Weihnachtsgeschichte „Die Muppets feiern Weihnachten“ (A Muppets Family Christmas), im ZDF 1990 erstmals ausgestrahlt.

Fester Bestandteil des Muppet-Potpourris waren die wöchentlichen Auftritte von Gaststars aus dem „echten Leben“. Sie verliehen der Show Glamour und stets wechselnde Klangfarben. Nur einige Auszüge aus der Gästeliste: Charles Aznavour, Peter Ustinov, Julie Andrews, Rudolf Nurejew, Elton John, Alice Cooper, Liberace, Sylvester Stallone, Arlo Guthrie, Joan Baez und Roger Moore.

Mit ihrem Sammelsurium übermütiger pelziger Figuren haben sich die Macher der Muppets ein Denkmal gesetzt. Und es ist ihnen am Ende auch gelungen, die TV-Produzenten in den USA von dem Format zu überzeugen. Die Muppets sind inzwischen nationales Erbe: Die Originalpuppen werden heute im „Smithsonian’s“ gezeigt, dem legendären National Museum of American History in Washington.

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