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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Tv-Krimi: Ost und West suchen einen Mörder

15.02.2019

Mainz DDR 1988: Ein junges Mädchen bereitet auf der Aussichtsplattform einer bizarren Gesteinsformation im Ostharz eine Picknickdecke aus und stellt den Champagner bereit. Sie wartet auf ihren Liebsten, einige Minuten später liegt sie tot in der Schlucht. Der Tod der unbekannten Touristin, die bald als Bürgerin der BRD identifiziert wird, stellt DDR-Polizei-Hauptmann Lothar Wieditz (Jörg Schüttauf) und Polizist Karl Albers (Ronald Zehrfeld) vor ein Rätsel.

Wenige Stunden nach der Identifizierung der Frau ist die bundesdeutsche Vertretung informiert. Das Bundeskriminalamt leistet die von den DDR-Ermittlern erbetene Amtshilfe bei der Suche nach dem Mörder. LKA-Ermittlerin Nadja Paulitz (Silke Bodenbender), die noch unter den seelischen Folgen eines Schusswaffeneinsatzes mit Todesfolge leidet, reist in die DDR, um gemeinsam mit den Volkspolizisten zu ermitteln.

Dies ist der Ausgangspunkt des zweiteiligen Mystic-Thrillers „Walpurgisnacht – Die Mädchen und der Tod“ von Hans Steinbichler, der nach einem Buch von Christoph Silber und Thorsten Wettcke entstand. Das ZDF sendet die beiden Filme am Montag, 18. Februar, und am 20. Februar jeweils um 20.15 Uhr.

Das Misstrauen der Volkspolizisten gegenüber der Beamtin aus dem Westen sitzt zunächst tief, erhält sie doch Einblicke in ihre Arbeitsmethoden. Für die Staatspartei SED durfte es keine Morde mehr geben. Wieditz und Albers stehen daher unter dem Druck des örtlichen Parteisekretärs, den Tod des Mädchens schnell zu den Akten zu legen. Doch bald wird wieder eine junge Frau tot aufgefunden. Der Täter muss aus dem vom dichten Wald umschlossenen, von der Außenwelt abgeschiedenen Ort kommen. Angst breitet sich unter den Einwohnern aus, trotzdem gehen die Vorbereitungen für einen Schönheitswettbewerb weiter. Dann wird eine dritte Tote gefunden.

Der Film arbeitet mit allen dramaturgischen Raffinessen des Thriller-Genres. Mehrmals legt er falsche Fährten. Zum Motor der Handlung wird neben den Morden die Konfrontation der Polizisten und ihrer Vorgesetzten mit unbequemen Wahrheiten und die Auseinandersetzung von Paulitz und Albers mit verdrängten Schuldgefühlen.

Wer historische Akribie erwartet, ist in diesem Film falsch. Ausstattung und Atmosphäre in einer DDR-Kleinstadt sind authentisch, die Handlung ist aber frei erfunden. Niemals suchten Polizisten aus Deutschland Ost und West offiziell gemeinsam einen Mörder.

Der von Max Wiedemann und Quirin Berg („Das Leben der Anderen“, „Werk ohne Autor“) produzierte Thriller ist ein Gleichnis über die schwierige Annäherung der Menschen aus Ost und West vor und nach der Wende, die unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben und in die Gemeinschaft einbringen. Im Film begegnen sie sich trotz aller Vorbehalte auf Augenhöhe und mit Respekt, um eine gemeinsame Aufgabe zu lösen.

So wird der Film auch zu einer Utopie, wie das Zusammenwachsen zum Wohle der Ostdeutschen hätte besser gelöst werden können.

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