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Fernsehserie Mehr Frauenpower in Krimilandschaft



Sie bilden das neue Ermittlerduo des Schweizer „Tatort“: Carol Schuler (links) und Anna Pieri Zuercher sind künftig in Zürich im Einsatz. Zu Beginn des „Tatort“ in den 70er Jahren waren Ermittlerinnen noch eine Ausnahme.



Bieri/KEYSTONE

Sie bilden das neue Ermittlerduo des Schweizer „Tatort“: Carol Schuler (links) und Anna Pieri Zuercher sind künftig in Zürich im Einsatz. Zu Beginn des „Tatort“ in den 70er Jahren waren Ermittlerinnen noch eine Ausnahme.

Bieri/KEYSTONE

München - Deutschlands Krimilandschaft wird weiblicher: Im „Tatort“ und beim „Polizeiruf 110“ sind Frauen weiter auf dem Vormarsch. Waren Kommissarinnen früher die Ausnahme, sind mittlerweile sogar rein weibliche Teams und Solo-Ermittlerinnen alles andere als eine Seltenheit.

Frauenduo in Zürich

Demnächst kommen zwei weitere reine Frauenteams dazu: In Bremen und in der Schweiz, wo bislang gemischte Doppel im Einsatz waren, nehmen bald Frauenduos die Ermittlungen auf. In Göttingen arbeitet die von Maria Furtwängler gespielte Charlotte Lindholm seit vergangenem Jahr mit Kollegin Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) zusammen, in Ludwigshafen lösen die altgediente Ulrike Folkerts und ihre junge Kollegin Lisa Bitter als Lena Odenthal und Johanna Stern Fälle, und in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden tun das Karin Hanczewski (Karin Gorniak) und Cornelia Gröschel (Leonie Winkler).

Im „Polizeiruf 110“ schlagen sich mit Claudia Michelsen als Doreen Brasch in Magdeburg und Verena Altenberger als Elisabeth Eykhoff in München seit Kurzem sogar Solo-Ermittlerinnen ganz ausgezeichnet. Vielerorts sind auch gemischte Teams im Einsatz.

DDR war Vorreiter

Der Sonntagskrimi ist ohne weibliche Kommissare nicht mehr vorstellbar, doch das war nicht immer so: Im 1970 gestarteten „Tatort“ war Emanzipation anfangs noch ein Fremdwort. Frauen tauchten allenfalls als Sekretärinnen auf, Publikumslieblinge wie Gustl Bayrhammer und Hansjörg Felmy hatten als Kommissare die Hosen an. Während im „Polizeiruf 110“ der DDR schon seit 1971 Sigrid Göhler als Leutnant Vera Arndt ermittelte, mussten im „Tatort“ acht Jahre vergehen, bis Nicole Heesters in der 84. Folge als erste Frau einen Mörder jagte. Die Mainzer Kommissarin Buchmüller war ein forscher Typ, Telefonate beendete sie meistens, indem sie grußlos auflegte. Eine kämpferische Emanze war sie jedoch nicht: Die Fahnderin war stets feminin gestylt, setzte sich gern eine flotte weiße Baskenmütze aufs rote Haar, trug Kleider und Röcke. Beim Friseurbesuch sinnierte sie unter der Trockenhaube über ihre Fälle, und ihre Wohnung war mit Porzellanpüppchen dekoriert.

Das Debüt von Nicole Heesters 1978 war mit einen rekordverdächtigen Marktanteil von 66 Prozent ein durchschlagender Erfolg. Doch bei ihren weiteren Einsätzen sanken die Quoten – die Krimis sind bis heute als unterirdisch langweilig verschrien.

Dass Nicole Heesters die Brocken nach kurzer Zeit hinwarf, lag jedoch nicht an schlechten Drehbüchern. Sie mochte es einfach nicht, dass die Zuschauer sie, die ausgebildete Theaterschauspielerin, in die Schublade als „Tatort“-Kommissarin steckten.

1981 folgte im „Tatort“ die zweite Kommissarin, Karin Anselm ermittelte als Hanne Wiegand bis 1988 in Baden-Baden. 1989 schrieb dann Ulrike Folkerts, die in der Folge „Die Neue“ ihr Debüt gab, Fernsehgeschichte: Mit der burschikosen Ermittlerin mit Lederjacke und Kurzhaarfrisur hielt endgültig ein neues Frauenbild Einzug in der Krimireihe.

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