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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Komödie: Wunderbares Gespann wider Willen

24.01.2020

München Mit dem einen tanzte sie Foxtrott, mit dem anderen Cha-Cha-Cha. Mit dem einen fuhr sie an den Gardasee, mit dem anderen an den Scharmützelsee. Bei dem einen fand sie Sicherheit, mit dem anderen frönte sie ihrer Reiselust. Geliebt hat sie alle beide. Jetzt aber ist Sophia tot. Und die zwei trauernden Männer, die sie hinterlässt, erfahren jetzt vom jeweils anderen. Das ist die Ausgangssituation in der Komödie „Ihr letzter Wille kann mich mal!“, die das Erste an diesem Freitag (20.15 Uhr) sendet.

Der Clou an dieser Dreierkonstellation ist, dass sie die Besetzung des Kultfilms „Männer“ (Regie Doris Dörrie) aus dem Jahr 1985 wieder aufeinandertreffen lässt: als ungleiche Konkurrenten erneut Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht. Und als Objekt ihrer beider Begierde Ulrike Kriener, genau wie damals – nur dass Kriener jetzt lediglich als Stimme aus dem Off zu hören ist. Wie in „Männer“ ist Lauterbach auch in „Ihr letzter Wille kann mich mal!“ ein bürgerlich angepasster, beruflich erfolgreicher Typ, während Ochsenknecht wieder einen lebenslustigen Freigeist mimt. Eine dramaturgische Kombination, die vor allem in Gestalt der Schauspieler für große (Wiedersehens-)Freude beim Zuschauer sorgt: Lauterbach und Ochsenknecht kabbeln und ergänzen sich noch immer ganz wunderbar als Gespann wider Willen.

Herrlich, wie genervt Heinrich (Heiner Lauterbach) auf die positive, weltumarmende Lebenshaltung seines Kontrahenten Tom (Uwe Ochsenknecht) reagiert. Denn während der esoterisch angehauchte Tom es eigentlich ziemlich interessant fände, Sophias langjährigen Gatten besser kennenzulernen, erkennt der die Las-Vegas-Ehe seiner Frau mit dem Globetrotter Tom gar nicht an. Jedenfalls nach außen hin: Schließlich ist Heinrich von Beruf Staatsanwalt. Tatsächlich aber spürt er sehr wohl (und liest es in Sophias Abschiedsbrief), wie wichtig auch Tom für seine Frau gewesen sein muss.

„Ihr letzter Wille kann mich mal!“ erzählt davon, wie die gegensätzlichen Männer doch noch zueinander finden und irgendwann gemeinsam trauern können. Das gelingt ganz ohne Kitsch und dramaturgische Verrenkungen: Mit großer Sorgfalt und feinem Humor entwickeln Drehbuchautorin Maike Rasch und Regisseur Sinan Akkus Szenen, die auf eine leise Art schön absurd sind – und die ein stimmiges Umfeld schaffen für die ungewöhnliche Lage, in der sich Heinrich und Tom befinden.

Erfreulich zudem, dass die Komödie trotz ihres Themas nicht alles „zu Tode“ erklärt, dem Zuschauer eigene Denkleistung zugesteht. Das Beste an diesem federleichten Film übers Trauern und Loslassen aber bleibt natürlich der wunderbar selbstironische Auftritt des eingespielten Ü-60-Teams Lauterbach/Ochsenknecht.

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