MüNCHEN - Ringelmann schuf Welterfolge. Und er brachte den Krimi dauerhaft ins deutsche Fernsehen.
Von Helen Hoffmann
MÜNCHEN - Seine Helden können mehr als schießen. Sie sind vielschichtige Persönlichkeiten, die einen Mord aufklären, weil sie auch das Zwischenmenschliche wahrnehmen. Mit seinen Erfolgsserien „Der Kommissar“, „Der Alte“ und vor allem „Derrick“ hat Produzent Helmut Ringelmann aber nicht nur den psychologischen Krimi entdeckt.Er hat den deutschen Fernsehkrimi international konkurrenzfähig gemacht. Das Erfolgsrezept des gebürtigen Münchners, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, klingt einfach: gute Bücher und erstklassige Schauspieler.
„Die Besetzung ist wesentlich“, sagt Ringelmann, der zum Gespräch wie gewohnt eine blau getönte Brille trägt. „Eine Rolle geht kaputt, wenn es kein guter Schauspieler ist.“ Dass er mit seinen Besetzungen so erfolgreich war, erklärt er mit seiner Ausbildung. Als 18-Jähriger wurde er Schauspielschüler von Martin Held. „Das war ein Glücksfall“, sagt er. „Von ihm habe ich gelernt, wie ein Schauspieler eine Rolle aufbaut.“
Sein später oft zitiertes Gespür für Dramaturgie und Besetzungen erwarb er sich dann als Assistent bei dem Theaterregisseur Heinz Hilpert. „Ich hatte eine irrsinnige Ausbildung.“ Als ersten Serien-Krimi des ZDF produzierte Ringelmann 1963 das „Kriminalmuseum“. Aus dieser Zeit stammt auch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Herbert Reinecker (91), die mit einer Folge der Krimi-Serie „Die 5. Kolonne“ begann.
Später entwarf das Gespann Ringelmann/Reinecker die Szenarien für die Krimiserien „Der Kommissar“, „Der Alte“ und „Derrick“.
Besonders gern erinnert sich der Jubilar an den ersten „Kommissar“ Ende der 60er-Jahre. „Der Hauptdarsteller Erik Ode war damals ein unbekannter Mann, aber es wurde der große Hammer.“ Ringelmanns berühmtester Dauerbrenner startete schließlich 1973, als Horst Tappert alias „Derrick“ erstmals den Gürtel seines Trenchcoats knotete.
Die Serie entwickelte sich zum Exportschlager und wurde in mehr als 100 Länder verkauft. „Ich habe die Krimis ins Fernsehen gebracht“, sagt der Produzent mit berechtigtem Stolz. Zudem hat er Darsteller wie Tappert und Ode zu Kultfiguren gemacht.
Aber auch frühere Leinwandgrößen wie Lilly Palmer oder Curd Jürgens waren sich nicht zu schade für die Krimi-Serien des mehrfachen Bambi-Preisträgers. Vom Ruhestand will Ringelmann, der seit 1986 mit der Schauspielerin Evelyn Opela verheiratet ist, übrigens nichts wissen.
