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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Wenn die liebe Tochter zum Monster wird

06.09.2017

München Wenn Kinder in die Pubertät kommen, ist meist Stress angesagt. Für die Eltern, aber auch für die Jugendlichen, die sich nicht länger wie die Kleinen behandeln lassen wollen. Das ZDF widmet den Heranwachsenden nun eine Serie. „Das Pubertier“ mit Pasquale Aleardi, Chiara Schoras und Annette Frier zeigt Familienchaos pur: Gefühlsschwankungen, Streit und jede Menge Verwicklungen. Im Mittelpunkt steht die 14-jährige Carla, gespielt von Mia Kasalo. An diesem Donnerstag um 20.15 Uhr geht es los mit der Folge „Das Pubertier wird flügge“. Vater Jan macht darin eine schockierende Entdeckung.

Pasquale Aleardi spielt den Publizisten Jan, der nicht verwinden kann, dass seine Tochter nicht mehr das anhängliche, süße Mädchen ist, das mit Kuscheltieren spielt und ihn anhimmelt. Clara findet ihren Vater ziemlich peinlich und schmeißt ihn gnadenlos aus dem Zimmer. Der Mutter Sara (Chiara Schoras) ergeht es kaum besser, und auch Claras Bruder Nick (Levi Eisenblätter) bekommt den Frust seiner großen Schwester zu spüren.

Doch das ist nicht das einzige Problem bei Familie Maybacher. Jans Mutter (Gisela Schneeberger) will ihren Mann Eberhard (Dietrich Hollinderbäumer) verlassen, weil der ein Auge auf die deutlich jüngere Heidi (Annette Frier) geworfen hat. Und dann ist da noch Jans nervige Schwester (Henriette Richter-Röhl), die so wie ihre Nichte ständig für Dramen sorgt.

Grundlage der Serie sind die Kolumnen und Bücher von Jan Weiler, die auch den Film „Das Pubertier“ inspiriert haben, der Anfang Juli ins Kino gekommen ist. Die ZDF-Serie bietet nette Unterhaltung – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Lebensnah sind insbesondere die Szenen zwischen Pubertier Clara und ihren Eltern. Ein zugemülltes Zimmer, empörte Reaktionen auf kleine Bitten („Warum muss ich eigentlich den ganzen Kram wegbringen?“) und ständiges Abgrenzen („Du hast in meinem Zimmer nichts zu suchen!“).

Dazu die Beschwörungsformel: „Ich bin kein Kind mehr!!“. Jan verzweifelt: „Das Glück des Familienlebens, wo ist es hin? In einem Moment war man noch Super-Dad, und im nächsten ist man die Pest.“ Allerdings: Carla ist nicht nur ein Monster. Trotz mancher Ausraster zeigt die Serie auch, wie witzig, kreativ und liebenswert die Heranwachsenden sein können, wenn sie es denn wollen.

Bei Aleardi weckten die Dreharbeiten Erinnerungen: „Mit 14 habe ich mich zum ersten Mal für Mädchen interessiert. Ich war trotzdem zu klein für mehr. Sie fanden es süß, aber sind trotzdem weitergezogen“, sagte er der Deutschen Presseagentur.

„Das hat Spaß gemacht, diese Verzweiflung und ständige Überforderung zu spielen.“ Er kann sich gut vorstellen, dass die Serie auch eine Art therapeutische Wirkung haben kann. „Wenn man über eine gewisse Sache lachen kann, dann ist das sofort im wahrsten Sinne des Wortes erleichternd“, sagt Aleardi. Damit hat er nicht ganz unrecht, machen die turbulenten Folgen trotz aller Übertreibungen deutlich: Stress mit Pubertierenden ist ganz normal.

In Hoffnung auf gute Quoten wird bereits an Drehbüchern für eine zweite Staffel gearbeitet, wie ZDF-Redakteurin Heike Lagé erklärte. Auch Produzent Markus Brunnemann von UFA Fiction hofft, dass es weitergeht. „Die Vorlage von Jan Weiler ist eine wunderbare Stoff- und Ideensammlung“, sagt er.

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