MüNCHEN - Der Thriller war in Frankreich ein großer Erfolg. Die Autorinnen berufen sich auf eine Legende.
Von Ulrike Cordes
MÜNCHEN - Gefahrvoll bereisten die bretonischen Männer oft monatelang auf Fischfang- oder Handelsschiffen den Atlantik – während ihre Frauen Haus und Hof bewirtschafteten. Wasser, Wind und Wetter machten aus den Bretonen einen eigenen Menschenschlag und prägten ihr Land mit seinen zerklüftete Felsen, bizarr geformten Wäldern und einsamen Heideflächen. Urgeschichtliche Riesensteine, „Menhire“, und Steintische, „Dolmen“, künden von der Religiosität bereits der frühen Vorfahren.„Dolmen“ heißt auch ein Thriller, der in Frankreich wochenlang auf der Bestsellerliste stand und in einer Fernsehversion von zwölf Millionen Zuschauern pro Folge gesehen wurde.
Nun ist das Buch auf Deutsch erschienen (N. Jamet/M.-A. Le Pezennec: „Dolmen“, Knaur, München 509 S., 19,90 Euro), und RTL 2 zeigt die TV-Fassung am 10., 11. und 12. November jeweils um 20.15 Uhr – zur besten Sendezeit. Die Bretagne und ihre Mythen, dazu viel Spannung und Liebe, das sind die Ingredienzien der an Leichen reichen Geschichte. Die ist im Kern nicht mehr und nicht weniger als ein gut geschriebener Schmöker und stammt wie das TV-Skript aus der Feder des Duos Nicole Jamet und Marie-Anne Le Pezennec.
Unter Verwendung einer alten Strandräuberlegende erzählen beide von der Polizistin Marie, die auf ihre Heimatinsel zurückkehrt, um zu heiraten. Doch als sie auf ihrem Brautschleier das Blut einer sterbenden Möwe entdeckt, ist das der Beginn einer unheilvollen Entwicklung.
„Mit unserer Heldin möchten wir an die starken bretonischen Frauen erinnern“, erzählen Jamet und Le Pezennec bei einem Besuch auf der wildromantischen Fischerinsel Belle-Ile-en-Mer, die das Vorbild für Maries Heimat „Lands’en“ abgab. Für die Autorinnen ist der Erfolg ihres Romans eine besondere Genugtuung: Zwar verfassen sie bereits seit zehn Jahren zusammen TV-Drehbücher, etwa für Familiensagas und Abenteuerserien, doch war ihr jüngstes Projekt Ergebnis eines Frustes mit dieser Arbeit: „Es ist mühsam, für das Fernsehen zu schreiben. Oft werden Ideen akzeptiert und die Skripte dann doch nicht abgenommen.“
