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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Tv-Krimi: Nichts als Ärger am Bodensee

29.10.2015

Konstanz Es ist eine kleine Nachlässigkeit, die Kommissar Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) im neuen Bodensee-„Tatort“ erheblich an sich selbst zweifeln lässt. Am Rheinufer wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, doch Perlmann übersieht Hinweise auf das Baby der Ermordeten, das abseits im Schilf zurückgelassen wurde.

Als die Polizei den Säugling endlich entdeckt, ist er halb erfroren. „Ich habe eigentlich nie an Dich geglaubt“, sagt der Kommissar, als er später am Krankenhausbett des Babys sitzt und zu einem Kreuz aufblickt. „Aber jetzt brauch’ ich Deine Hilfe.“ Das „Erste“ zeigt „Côte d’Azur“ an diesem Sonntag um 20.15 Uhr.

Die Ermittlungen in dem Mordfall führen Perlmann und seine Kollegin Klara Blum (Eva Mattes) zu einer Gruppe Obdachloser. Sie haben in einer heruntergekommenen Baracke mit dem Namen „Côte d’Azur“ Unterschlupf gefunden, die auch die ermordete Vanessa Koch öfter besuchte. Die Bewohner hatten alle mit dem Mordopfer zu tun – allen voran der ehemalige Kommissar Hagen Bötzow, der nach Gewaltdelikten vom Dienst suspendiert wurde und seitdem den Halt in seinem Leben verloren hat. Ein weiterer Verdächtiger ist der Musikproduzent Jürgen Evers, dem Vanessa offenbar einen teuren Ring gestohlen hatte.

Das Verhältnis zwischen Blum und Perlmann wird zunehmend schwieriger, sie geraten immer wieder aneinander. Generell ist der Ton im Tatort diesmal gröber: Es fallen Wörter wie „Arschloch“ oder „Großkotz“. Gerade in der Gruppe der Obdachlosen scheint die Aggression jederzeit hervorbrechen zu wollen.

Hinter dieser „Tatort“-Folge steckt erneut das Duo aus Regisseur Ed Herzog und Drehbuchautor Wolfgang Stauch. Wie schon in „Die schöne Mona ist tot“ (2013) gelingt es den beiden, das Geschehen in eine eindringliche Atmosphäre zu stecken: Die Farben sind matt, das Licht fahl und über dem Bodensee hängt der Nebel. Sie spiegeln die Gefühle der Bewohner in der „Côte d’Azur“: enttäuschte Hoffnung, verlorene Zukunft, Trauer, Scham, Wut.

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